Gemeinde Wrestedt muss für Arbeiten an maroden Bauwerken in Stadensen tief in die Tasche greifen

700 000 Euro für drei neue Brücken

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Die Brücke an der alten Mühle in Stadensen ist dringend sanierungsbedürftig. Nach dem Vorschlag der Verwaltung soll sie abgerissen und an anderer Stelle neu aufgebaut werden. Dafür sprach sich jetzt auch der Wrestedter Bau- und Umweltausschuss aus.

Stadensen. Der Haushalt lässt kaum finanzielle Spielräume zu – und er wird demnächst noch stärker belastet: Für die Sanierung beziehungsweise Erneuerung von drei maroden Brücken in Stadensen wird die Gemeinde Wrestedt tief in die Tasche greifen müssen.

Mehr als 700 000 Euro müsste sie aufwenden, wenn sie alle drei Brücken instand setzen würde. Das teilte jetzt Vize-Verwaltungschef Alexander Kahlert im Wrestedter Bau- und Umweltausschuss mit. Er hofft jedoch auf öffentliche Fördermittel.

Für 2017 ist die Sanierung der beiden Brücken am Kahnhorster Weg und am Barnbrucher Weg vorgesehen. „Das wird jeweils rund 200 000 Euro kosten“, erklärte Kahlert. Das Geld sei im Haushalt eingeplant. Die Brücke am Kahnhorster Weg ist aus Sicherheitsgründen für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt, das Bauwerk am Barnbrucher Weg nur bis 1,5 Tonnen freigegeben. Wenn alles nach Plan verlaufe, könnten die Aufträge bis Ende Februar erteilt werden, hofft Kahlert. „Theoretisch könnten die Arbeiten im Frühjahr beginnen. Die Bauzeit beträgt etwa vier bis sechs Monate.“

Anders sieht es bei der Brücke an der Mühlenstraße aus. Dort wäre eine Sanierung deutlich teurer. Im Haushalt seien dafür 322 000 Euro angesetzt, sagte Kahlert. Probleme bereitet dort das 1845 errichtete, denkmalgeschützte Mühlengebäude. Es steht direkt neben der baufälligen, nur noch für Fahrzeuge bis 2,8 Tonnen zugelassenen Brücke. Man müsse vermeiden, dass Arbeiten an dem Baudenkmal notwendig würden, betonte Kahlert. „Denn das würde Mehrkosten von einigen hunderttausend Euro verursachen.“

Deshalb schlug er vor, die Brücke abzureißen, ohne die Mühle anzutasten. Um den Landwirten weiterhin die Zufahrt zu ihren Flächen zu ermöglichen, könnte die Lücke danach verfüllt werden. Darunter würde ein Durchlass für Tiere und den Bach geschaffen. Ein Stück weiter südwestlich davon könnte dann eine neue Brücke gebaut werden, meinte Kahlert. „Das wird man aber sicher nicht in diesem Jahr realisieren können.“ Denn es sei derzeit unklar, ob und in welcher Höhe es dafür Zuschüsse gebe.

Kahlerts Vorschlag: In den aktuellen Haushalt könnten 40 000 Euro Planungskosten für den Brückenneubau an der Mühle eingestellt werden, die restlichen 282 000 Euro würden als Verpflichtungsermächtigung für 2018 vorgesehen. „Wir hoffen, dass wir bis Ende 2017 gesicherte Erkenntnisse über Fördermittel haben, sodass die Ausschreibung Anfang nächsten Jahres erfolgen könnte“, erklärte er.

Der Ausschuss folgte diesem Vorschlag und empfahl einstimmig den Abriss der Mühlenbrücke, den Neubau südwestlich davon und die Aufnahme der Planungskosten in den Etat 2017.

Von Bernd Schossadowski

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