Die Wochenrevue von Diane Baatani

Kampf dem Spritpreis – auf dem Lande

Der Verbraucher hat entschieden. Er hat entschieden, dass er auf dem Lande wohnen möchte. Obwohl er dann auf ein Auto angewiesen ist. Und vielleicht bleibt er auch sogar im Landkreis Uelzen, wenn er sich die Kosten für das Auto weiterhin leisten kann.

Denn mobil zu sein, ist ein Faktor, der darüber entscheidet, ob die Dörfer sterben oder nicht. Deshalb sind auch die Kommunen dran, sich zum Thema Spritpreis zu Wort zu melden. Einer alleine kann nichts bewegen, aber wenn ein Verband oder die Politik und die Verbraucher reagieren, gibt es eine Chance. Der Vorstoß des ehemaligen Autohändlers Dieter Niber, einen der größten Marktführer zu boykottieren, bis der Spritpreis auf 1,65 Cent pro Liter sinkt, ist mutig und gewagt. Aber die Idee knüpft an die Bedürfnisse der Region an. Jeder spricht über die Benzin-Preise und jeder ärgert sich, wenn der Tank wieder leer ist. Niber hat seinen Kollegen auf der Jahreshauptversammlung der Kraftfahrzeug-Innung vorgetragen, dass der Bundestag kein Interesse an sinkenden Preisen habe. Er vermutet auch hinter der Politik der Grünen eher einen Wunsch nach steigenden Preisen, damit Alternativen zum Spritverbrauch gefunden werden. Und er sagt, dass der ADAC mit dem Shell-Konzern liiert sei und in jedem Vorstand sitze, der mit Sprit zu tun habe. Mit dem Landesinnungsverband hat Niber ebenfalls Kontakt aufgenommen, auf der Suche nach jemandem, der ihm den Rücken stärkt. Er meint es ernst. Und er sucht Mitstreiter. Denn dass ein Aufruf zum Boykott Chancen hat – in Zeiten der Internetforen wie Twitter und Facebook – liegt nahe. Dass er Erfolg hat, bleibt offen. Das Thema Mineralöl-Konzerne sollte auch die Kommunen beschäftigen, bis hin zur Bundespolitik. Denn mit hohen Sprit-Kosten fahren den Kleinstädten die Einwohner davon. In Metropolen gibt es schließlich U-Bahnen und S-Bahnen. Solange die Pendler-Pauschale nicht auch noch steigt, wie die FDP vorgeschlagen hat, ist das eine echte Alternative für spritkostengeplagte Uelzener Autofahrer. Wer sich hier in Uelzen behaupten möchte und auch weiterhin seine Kundschaft erhalten möchte, sollte ein Interesse an ihr zeigen. Sie ernst nehmen. Und damit auch die Problematik der steigenden Spritkosten. Das braucht Mut, aber vielleicht lohnt es sich.

diane.baatani@az-online.de

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