Die Wochenrevue von Thomas Mitzlaff

Wird der Umbruch auch zum Aufbruch?

Die Uelzener Zuckerfabrik investiert 15 Millionen Euro in den Standort Uelzen. Die OHE baut für ihre Tochter Metronom eine weitere Wartungshalle am Heimatstandort der Uelzener Eisenbahngesellschaft am Dannenberger Bogen.

Es sind Meldungen wie diese, die Mut machen in einer Zeit zahlreicher Firmenverlagerungen von Krings und Telekom über Hauptzollamt und Landeszentralbank bis als nächstes der Verwaltungssitz der Arbeitsagentur. Am Donnerstag feierten der Waggonhersteller Bombardier und der Metronom 50 Millionen gefahrene Kilometer seit der Betriebsaufnahme im Dezember 2003. Im Uelzener Hafen wird derzeit ein weiteres holzverarbeitendes Werk neben Heggenstaller gebaut, letzterer hat auf dem gesamten Weltmarkt einen Namen. Mit anderen Worten: Es gibt sie, die Erfolgsmeldungen aus Uelzen. Auch in dieser unruhigen Zeit, in der viele Kommunen sich jetzt an einen Strohhalm klammern, den der Landkreis Uelzen schon hochgeklettert ist: an die Entschuldungshilfe des Landes. Ob die Stadt Uelzen sowie die Samtgemeinden Rosche und Suderburg bei ihrem Bestreben, es dem Kreis nachzutun, Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten. Aber diese Entschuldungsversuche, die ersten seit Jahren, die wirklich etwas bringen würden, symbolisieren durchaus den Aufbruch in ein neues Zeitalter. Raus aus der Schuldenfalle, aus der es bislang trotz immer weiterer Zuschuss-Streichungen kein Entrinnen gab, hin zu Kommunen, die wieder gestalten können. Die Gemeindefusionen passten da gut ins Bild und auch die Kommunalwahl kam gerade recht. Jetzt gibt es nach über zwei Jahrzehnten einen neuen Landrat, neue Koalitionen in den Gemeinderäten und auch im Uelzener Stadtrat. Alte Verkrustungen können aufgebrochen, neue Wege beschritten werden – wenn man den Mut dazu hat. Nicht allen Parteien gelingt der Generationswechsel, gerade auch in der Uelzener Kommunalpolitik wird oftmals nur halbherzig versucht, altgediente Parteimitglieder zum Abtreten zu überreden. Aber jetzt gibt es eine neue Parteienvielfalt, viele neue Gesichter und hoffentlich auch viele neue Ideen. Chancen sind da, Kreativität ist gefragt. Damit der Umbruch tatsächlich auch ein Aufbruch wird. thomas.mitzlaff@cbeckers.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare