„Wir fühlen uns verschaukelt“

Mit verschiedenen Aktionen haben Matthias Sost und seine Mitstreiter gegen die Rasthof-Pläne protestiert – bislang offensichtlich ohne Ergebnis. Archivfoto: Ph. Schulze

Hohnstorf. „Wir fühlen uns richtig verschaukelt“, bringt es Matthias Sost auf den Punkt. Denn der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Hohnstorf 2011 – Rasthoffreie Zone“ und seine Mitstreiter haben erfahren, dass die Planungsbehörde in Lüneburg offensichtlich trotz aller Proteste unverändert an ihrer Rastanlagen-Planung für die A 39 festhält.

Das geht aus den Unterlagen zu einer Arbeitskreissitzung der Landesbehörde für Straßenbau hervor, die Mitte Juni stattgefunden hat.

Aus den Unterlagen ergibt sich laut Hohnstorfer BI, dass die Planer der Autobahn A 39 weiterhin eine rund 25 Hektar große Tank- und Rastanlage bei Hohnstorf errichten wollen. Eine Verlegung sei „aus umwelt- und technischen Gründen“ sowie „aus Gründen der Einhaltung des Abstandsrasters nicht möglich“, heißt es in der Tischvorlage der Arbeitskreissitzung.

„Wäre dies das letzte Wort der Straßenbaubehörde, hätte sie damit nicht nur die Kritik an der Wahl eines riesigen Rastplatzstandorts in einem Naherholungsgebiet, sondern auch sämtliche Alternativvorschläge vom Tisch gewischt, die in den letzten Monaten etwa von der Gemeinde Rätzlingen oder der Stadt Uelzen gemacht worden sind“, lautet das ernüchternde Fazit der Hohnstorfer.

Die Bürgerinitiative kritisiert „den Starrsinn und die Uneinsichtigkeit“ der Straßenbaubehörde, „die offenbar ohne Rücksicht auf Fakten und Argumente weiterplant“. „Das treibt uns die Zornesröte ins Gesicht“, sagt Matthias Sost. Und nicht nur das: „Wir haben auch den Eindruck, dass alle Politiker gesagt haben: Wir helfen euch, aber sie haben gar keinen Einfluss. Es ist nichts dabei herausgekommen.“

Zufrieden geben wird sich die BI mit der Situation nicht. „Wir werden konkrete Aussagen von der Politik einfordern“, kündigt Sost an. Man wolle weiterhin auf sachlicher Ebene weiterarbeiten, aber direkter werden und die Politiker, die in dieser Angelegenheit ihre Unterstützung zugesagt haben, in die Pflicht nehmen. „Dann wird sich zeigen, ob bei den nächsten Wahlen hier in der Region nur Marionetten der Straßenlobby zur Wahl stehen oder Politiker, die es ernst meinen, wenn sie ihre Unterstützung für die Anliegen der Bürger versprechen“, meint die Hohnstorfer Initiative.

Von Ines Bräutigam

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