Hochwasserschutz bei A-14-Planungen mangelhaft

„Wir brauchen ein neues Gutachten“

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Susanne Bohlander, bündnisgrüne Stadträtin in Seehausen und Kopf der BI „Keine A 14“, kritisiert das mangelhafte Gutachten zum Hochwasserschutz im Zuge des Autobahnbaues.

Seehausen. „Wir brauchen ein neues Gutachten. “ So der einstimmige Tenor auf der Zusammenkunft am Freitagabend, zu der Bündnisgrüne des Seehäuser Stadt- und Verbandsgemeinderates sowie die Bürgerinitiative (BI) „Keine A 14“ ins „Alanda eingeladen haben.

Das besagte Gutachten behandelt die Thematik „Untersuchung von Deichbruchszenarien“ hinsichtlich des A-14-Baues. Die Verbandsgemeinde hatte seit Beginn des Planfeststellungsverfahrens im Februar 2010 mehrfach ein solches Papier verlangt, weil eine mögliche Gefährdung durch den Autobahndamm im Hochwasserfall befürchtet wurde. Das Gutachten bestätigt die Vermutungen. Demzufolge bewirkt der Autobahndamm bei einem Deichbruch an der Elbe östlich der A 14 beziehungsweise östlich der Eisenbahnbrücke eine deutliche Erhöhung der Wasserstände im Bereich Geestgottberg und Losenrade gegenüber dem Zustand ohne A 14. Die Untersuchung beruht jedoch auf veralteten Hochwasserständen des Jahres 2006.

Die Werte entsprechen nach der Elbeflut 2013 längst nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten. Susanne Bohlander als bündnisgrüne Stadträtin und Kopf der BI „Keine A 14“ sagt: „Durch die extreme Dammlage der A 14 würden sich die Folgen eines Deichbruchs für die Menschen im elbnahen Wohnbereich deutlich verschlimmern. Völlig unberücksichtigt bleibt in dem Gutachten ein möglicher Deichbruch an der Elbe im Bereich Berge oder Osterholz. “.

Stadtrat Dr. Walter Fiedler (CDU), der bei der Versammlung zugegen war, ist zwar ein A-14-Befürworter, doch die Sicherheit der Menschen liegt ihm sehr am Herzen. Auch er spricht sich für ein neues Gutachten aus, bei dem die Hochwasserstände von 2013 berücksichtigt werden müssen, und fügt hinzu: „Es sollte doch möglich sein, Durchlässe zu schaffen, um den Abfluss des Wassers zu gewährleisten.“ Sowohl Dr. Fiedler als auch andere Bürger wollen zu den mangelhaften Planungen Einwendungen erheben. Eile ist allerdings geboten. Am morgigen Dienstag endet die Einreichungsfrist.

Von Thomas Westermann

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