„Wir brauchen keine Auffahrt"

Bienenbüttel - Von Ines Bräutigam. "Wenn da ‘zig Abfahrten geplant werden, können wir gleich eine Kreisstraße draus machen!" Die Meinung der Bienenbütteler Bürger war eindeutig:

Eine eigene Anschlussstelle an die geplante Autobahn 39 brauchen und wollen sie nicht. Und das machten die rund 70 Zuhörenden und Mitdiskutierenden bei der gemeinsamen Sitzung des Bau- sowie Wirtschaftsausschusses der Gemeinde Bienenbüttel am Donnerstagabend auch unmissverständlich deutlich. >Doch bevor die Ausschusssitzung überhaupt beginnen konnte, kam es in einer einstündigen Einwohnerfragestunde zu teils hitzigen Szenen. Da warf Eckehard Niemann vom Dachverband der Bürgerinitiativen gegen die A39 der Verwaltung vor, die Bürger nicht ausreichend über die Planungen informiert zu haben und unterstellte, Bienenbüttels Bürgermeister Dieter Holzenkämpfer habe mit Bevensens Samtgemeindebürgermeister Knut Markuszewski über die bei Altenmedingen geplante Anschlussstelle Absprachen getroffen(die AZ berichtete).Dieter Holzenkämpfer wurde ungehalten. "Ihre Art und Weise mit der Verwaltung umzugehen, spottet jeder Beschreibung", wetterte er und verwahrte sich gegen den Vorwurf der Kungelei. "Die Bevenser verzichten auf die Anschlussstelle bei Altenmedingen. Darüber hat mich Herr Markuszewski informiert." Nun müssten die Bienenbütteler entscheiden, ob sie diese Anschlussstelle, eine andere (möglich bei Edendorf, Hohnstorf oder Wulfstorf) oder gar keine haben wollen. Da habe es keine Mauschelei gegeben. Punkt. Die Kommunalpolitische Alternative (KA) jedenfalls will keine Anschlussstelle für Bienenbüttel haben. Mehr noch: Man lehne die Vorzugstrasse der A39 komplett ab, weil sie "nicht zielführend" sei, informierte Georg Sander im Namen der KA. Und: Man bevorzuge auch keine Alternativtrasse, weil man sich am "St.-Floriansprinzip nicht beteiligen" wolle. Diese Spitze ging in Richtung CDU-Fraktion. Denn deren Vorsitzender Karl-Otto Constien hatte angekündigt, man werde die Vorzugstrasse mit der Bezeichnung "Variante 581" ablehnen, dafür aber die östlich von Eddelstorf verlaufende Variante 511 befürworten. "Die berührt Bienenbüttel überhaupt nicht", so Constien, der im Sinne der Bienenbütteler geradezu dazu gezwungen werde, nach dem St.-Floriansprinzip zu handeln, wie er argumentierte. Außerdem verlaufe die A 39 bei Bienenbüttel parallel zum Kanal. Das sei eine doppelte Belastung für Mensch und Natur. Dr. Klaus Wedekind machte indes für die SPD-Fraktion deutlich: "Wir stimmen der Vorzugsvariante zu." Sollte es tatsächlich zu einer Verlegung der Anschlussstelle kommen, müssten Gespräche mit der Gemeinde Bienenbüttel geführt werden. Nach einer halben Stunde Sitzungsunterbrechung konnten dann eine Beschlussempfehlung an den Verwaltungsausschuss ausgesprochen werden: Die Ausschussmitglieder sind mehrheitlich gegen die Vorzugstrasse, der Alternativvorschlag der Variante 511 der Christdemokraten wird abgelehnt. Außerdem sollten bei einem Bau der A39 Lärmschutzmaßnahmen für die betroffenen Orte berücksichtigt werden, und: Die Anschlussstelle Altenmedingen wollen die Bienenbütteler ersatzlos gestrichen wissen. Erschienen: 17.06.2006: AZ / 139 / Seite:7

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