Der Windpark muss weichen

Uelzen. Es ist eine Zahl, die sich gewaltig anhört: 4,52 Millionen Quadratmeter an Gewerbeflächen will die Stadt Uelzen an zwei Abfahrten der geplanten Autobahn 39 ausweisen. Entsprechende Änderungen der Flächennutzungspläne waren gestern Abend Thema im Rat Masendorf/Molzen/Riestedt, am Montag nächster Woche steht die Vorlage auf der Tagesordnung des Ortsrates Gr. Liedern/HanstedtII.

In dem achtseitigen Papier der Stadtverwaltung setzen sich diese 452 Hektar aus insgesamt acht Flächen zusammen, vier im Bereich der zukünftigen Anschlussstelle Uelzen-Nord im Raum Riestedt und vier im Bereich der Anschlussstelle Uelzen-Ost im Raum HanstedtII. Zwar wird es noch Jahre dauern, bis hier tatsächlich Lkw-Verkehr über eine Autobahn rollt, "aber für unser Verfahren braucht man auch einige Jahre und wir wollen das nicht unter Zeitdruck abwickeln", erklärt Stadtbaurat Gert Stöckicht.

Alle acht betroffenen Flächen seien städtebaulich vorgeprüft worden, so der Leiter der Uelzener Bauverwaltung. Zwar setzt die Stadt auf die Sogwirkung der Autobahn für Firmen, allerdings geht sie nicht davon aus, dass alle Flächen auch tatsächlich von Gewerbe genutzt werden: "Ich schätze, dass wir vier bis fünf Mal mehr ausgewiesen haben, als wir später tatsächlich brauchen werden", betont Stöckicht. Eine Vorgehensweise, die sich auch schon bei der Ausweisung von Neubaugebieten bewährt habe: "Dann können wir uns aussuchen, wo sich letztlich Gewerbebetriebe ansiedeln soll." So sei die Stadt bei diesem Konzept nicht auf einen einzigen Landbesitzer angewiesen, der den Preis für das Bauland entsprechend in die Höhe treiben könnte.

Wenn die Änderung des Flächennutzungsplanes von den politischen Gremien schließlich abgesegnet ist, will die Stadt in die Detailprüfung gehen. So muss ein neues Konzept für die Standorte von Windenergieanlagen entwickelt werden, weil die Windräder im Raum HanstedtII zum Großteil den neuen Gewerbeflächen weichen müssen.

Außerdem muss untersucht werden, welche Auswirkungen die A39 auf die Verkehrsflüsse in der Region hat. "Derzeit fließt der meiste Verkehr bei uns über die Bundesstraße 4 auf der Nord-Süd-Achse", so Stöckicht. Durch die Autobahn werde die Ost-West-Achse zu und von den Uelzener Anschlussstellen eine ganz neue Bedeutung bekommen. "Dazu kommen die üblichen Untersuchungen, welche Auswirkungen solche Gewerbegebiete auf Menschen und Landschaft haben", so der Stadtbaurat.

Erschienen: 19.02.2009: AZ / TZ / Seite:3

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