Von Woche zu Woche

Windgas, Studenten und die Zukunft

Jörn Nolting

Gas aus Windenergie und der 1000. Student: Der kleine Ort Suderburg hat einiges zu bieten, was auf den ersten Blick im Verborgenen bleibt.

Zwar fallen dem Betrachter die Windräder im benachbarten Bahnsen schon ins Auge, aber die geplante Windgasanlage wird eine von gerade mal dreien im gesamten Bundesgebiet sein. Damit ist Suderburg ein wichtiger Baustein in der Energiewende – eine Tatsache, die vielen Einwohnern gar nicht mal bewusst sein wird. Zumal der so genante Elektrolyseur – der Ort, in dem aus überschüssigem Windstrom Wasserstoff entsteht, der dann ins Gasnetz geleitet wird – einfach nur ein unscheinbares Gebäude sein wird.

Unscheinbar erscheint dem Betrachter vielleicht auch die Ostfalia, die Fachhochschule im Ortskern, die am Donnerstag ihren 1000. Studenten begrüßen konnte. Persönliches Lernklima und der Blick für das Wesentliche – die Studenten leben zwar nicht alle im Ort, aber eine Bereicherung sind die allemal. Wirtschaftskraft und Zuwanderung von jungen Leuten – was kann sich ein Ort wie Suderburg mehr wünschen. Deshalb setzen Politik und Verwaltung auf Studenten – und das müssen sie auch: Zuzugsprämie für den Erstwohnsitz und Jobangebote im Jugendzentrum sind nur zwei Beispiele. Von den Studenten wiederum profitiert der VfL Suderburg, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Ob Fußball oder Badminton, die Studenten beleben auch in diesem Bereich die Möglichkeiten von Suderburg.

Außerdem ist die Ostfalia vor Ort sicher auch ein Grund, weshalb Greenpeace sich für den Standort Suderburg entschieden hat. Suderburg entwickelt sich. Doch trotz all der positiven Meldungen fällt es schwer, über die Leerstände im Ort hinweg zu sehen. Ideen müssen her und die müssen ähnlich flexibel umgesetzt werden, wie die Windgasanlage. Vielleicht wird Suderburg dann bald so bunt, wie die Politik in Gemeinde und Samtgemeinde. Es gibt keine Mehrheiten und die Politik muss sich zusammenraufen. Ein grüner Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde hat es Greenpeace vielleicht auch leichter gemacht, an genau diesem Standort anzufragen. Die Chancen sind da – nun müssen die Suderburger zupacken und reagieren. Das mag wohl auch für die Frage gelten, wie die Politik mit Zukunftsvertrag und einer möglichen Fusion umgehen wird. Ein Blick in die Zukunft wird unausweichlich – auch für Suderburg.

Von Jörn Nolting

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