A 39: Christdemokraten Bad Bevensens stellen neuen Entwurf zur Abstimmung

CDU will Resolution kippen

Bad Bevensen/Landkreis. Bad Bevensen wird alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um den Bau der geplanten Autobahn-39-Trasse zu verhindern – diesen Beschluss hat der Stadtrat 2011 einstimmig gefasst, und diese Position der Kurstadt zur A 39 will die CDU nun kippen.

Per Antrag fordern die Christdemokraten, dass der Beschluss aufgehoben und durch eine moderatere Variante ersetzt wird.

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In dem jetzt vorgelegten Resolutionsentwurf spricht sich die Stadt grundsätzlich für den Bau der A 39 aus. Das Einleiten und die Unterstützung rechtlicher Schritte von Seiten der Stadt gegen den Streckenverlauf spielt in dem Papier keine Rolle mehr – auch wenn die CDU an der generellen Kritik an der Trassenführung festhält: So wird die Planungsbehörde in der modifizierten Resolution gebeten, weiter östlich liegende Streckenführungen zu prüfen, damit die Ortsteile Groß Hesebeck und Röbbel nicht zerschnitten werden. Zudem soll sie dafür sorgen, dass der abfließende Verkehr bei einer Abschnittsbildung nicht durch Bad Bevensen, sondern über die Anschlussstelle Stöcken/Riestedt geleitet wird. Die Stadtpolitik und die Verwaltung hatten in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass die Kurstadt verkehrstechnisch westlich erschlossen ist. Eine Abschnittsbildung bei Römstedt würde die Verkehrsströme durch die Innenstadt umkehren, sodass Fahrzeuge vermehrt über den dafür nicht ausgerichteten Osten fließen würden. Außerdem fordert die CDU, dass „Flüsterasphalt“ genutzt wird, um die Lärmbelastung für die Stadt und ihre Außengemeinden zu mindern.

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„Wir gehen davon aus, dass dieser Antrag durchgeht“, betont CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Schliekau selbstbewusst auf AZ-Nachfrage. Als Begründung für den neuen Anstoß der CDU gibt er neben der großen Bedeutung der A 39 für die wirtschaftliche Erschließung der Region unter anderem auch Verpflichtungen gegenüber dem Landkreis Uelzen an, der an der Bevenser Kurgesellschaft 58 Prozent hält. Die Stadt Bad Bevensen ist mit 42 Prozent Minderheitsgesellschafter. „Gerade weil wir als Stadt in der Kurgesellschaft zu 58 Prozent abhängig sind vom Landkreis, können wir nicht gegen die Autobahn sein. Ich kann nicht von einem Mehrheitsgesellschafter erwarten, dass er weiter Millionen in die Kurgesellschaft steckt, wenn wir uns gegen ein Projekt aussprechen, das der Landkreis klar befürwortet“, argumentiert Schliekau.

Von Wiebke Brütt

Einen weiteren Artikel zur neuen Meinung der CDU finden Sie am Dienstag im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

Rubriklistenbild: © Ph. Schulze

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