"Wie lange wollen wir noch auf die Autobahn warten?"

red Altmark. Zu neuen Entwicklungen rund um die Nordverlängerung der A14 schreibt Sigrun Walsdorff, Sprecherin der Basta 14/B190n-Initiative Osterburg.

Obwohl die Kosten für die A14 steigen und sich gerade mal wieder eine neue Initiative für einen 4-spurigen Ausbau der B 189 gegründet hat: Wir befürworten weiter den Bau des Lückenschlusses der A 14 von Magdeburg/Wolmirstedt bis zum Autobahnkreuz Schwerin!Liebe Zweifler, Gegner und Zugezogene, es wird endlich Zeit, dass diese Autobahn gebaut wird! Wie lange wollen wir denn noch drauf warten? Hier in der Altmark wird schon seit 1991 darüber diskutiert und gestritten. Und wenn wir uns gleich geeinigt hätten, wäre diese Straße ein "Verkehrsprojekt Deutsche Einheit" geworden und längst fertig!Aber nun haben wir endlich einen Planungsstand erreicht, von dem aus der Baubeginn greifbar nah ist: Noch in diesem Jahr werden in allen drei Ländern die ersten Planfeststellungsverfahren eröffnet, an deren Ende das Baurecht steht und der Baubeginn wird für Ende 2009 / Anfang 2010 angestrebt. Wollen wir diesen Planungsstand wegwerfen für eine verbreiterte Bundesstraße? Für den 4-spurigen Ausbau der B 189 müssen die Planungen von vorn losgehen: breitere Straße = mehr Flächenverbrauch als bisher. Schnellere Straße (Ausbau auf Tempo 120) = andere Quer- und Längsneigung, andere Kurvenradien. Kreuzungsfreiheit = Brückenneubauten. Und wohin mit dem langsamfahrenden Verkehr? Es sind trotzdem notwendig: neue Baugrunderkundungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Raumordnungsverfahren und so weiter. Ein völlig neues Projekt! Und neue Betroffene = neue Gegner! Wann, bitteschön, wollen Sie, liebe BI "B 189/4" auf dieser Straße fahren? Soviel zum Thema Zeit.Was aber ist mit den Kosten? Die Kostenerhöhung der A 14 resultiert aus vielen Gründen und ergibt sich auf der Grundlage der laufenden Entwurfsplanung. Ich zitiere hier auszugsweise Herrn Dr. Daehre über die Berechnungen in Sachsen-Anhalt (Protokoll der Landtagssitzung vom 29. Mai 2008, unter www.landtag.sachsen-anhalt.de):m erhöhte Umweltschutzanforderungen, nach dem Urteil vom Januar 2007 zur A 143 Westumfahrung Halle, z.B. gestiegene Anzahl von Querungsbauwerken für verschiedene Tierarten: + 70 Mio. € (u.a. 16 Fledermausbrücken!)m erhöhte Grunderwerbskosten: + 23 Mio. €m erhöhte Stahlpreise (ca. 100 Brückenbauwerke)m Erhöhung Mehrwertsteuer: + 20 Mio. €m Anpassung der landschaftspflegerischen Begleitpläne: + 56 Mio. €m erhöhte Aufwendungen für archäologische Grabungen: + 20 Mio.Diese Kostenerhöhungen würden auch bei einem Ausbau der B 189 eintreten.Was können wir also tun? Wir können alles absagen, uns verkriechen und immer mehr Verkehr über immer schlechtere Straßen hoppeln lassen. Oder wir wollen für unsere Altmark schnell, am besten morgen, eine gute Infrastruktur mit der Chance auf neue Arbeitsplätze und den Erhalt der bestehenden. Dann ist es richtig und legitim über Kosteneinsparungen für die A 14 nachzudenken, wie es jetzt das Verkehrsministerium im Bereich Wolmirstedt macht. Auf diese Verfahrensweise haben sich erst am 24. Juli die Verkehrsminister der beteiligten drei Bundesländer geeinigt und haben dabei die Rückendeckung des Bundesverkehrministers Herrn Tiefensee.Das ist nicht das Ende der A14, wie eifrige Gegner sogleich verkündeten. Nein! Das ist die Sicherung der A 14! Die wir hier in der Altmark wollen und für die wir auch weiter kämpfen werden!Erschienen: 12.08.2008: sdl / TZ / Seite:2

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