Wenn die Sonne aufgeht

Die Ereignisse in Ägypten verfolgen wir in diesen Tagen mit Sorge – verbunden mit der Hoffnung, dass die Gewalt nicht noch weiter eskaliert und nicht noch mehr Menschen Opfer der Gewalt werden. Wie gehen eigentlich die Menschen, die besondere Macht haben, mit ihrer Macht um?

Macht kann man missbrauchen, und – Gott sei’s geklagt – das geschieht immer wieder! Wie viel Leid und Elend hat es in der Menschheitsgeschichte durch Machtmissbrauch schon gegeben?! Mit der anvertrauten Macht kann man aber auch verantwortungsvoll umgehen, und – Gott sei’s gedankt – geschieht auch das immer wieder! Politiker, Vorgesetzte, Eltern, Menschen, die mit besonderen Aufgaben betraut sind, können so oder so mit den ihnen anvertrauten Menschen umgehen. Wohl denen, die es mit Letzteren zu tun haben! Wer tut das? Wer geht verantwortungsvoll mit der Macht um? In der Bibel sagt es König David einmal so: „Wer gerecht herrscht unter den Menschen, wer herrscht in der Furcht Gottes, der ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, am Morgen ohne Wolken. (2. Samuel 23,3+4) Die anvertraute Macht „gerecht“ einzusetzen wird gleichgesetzt mit: sie zu gebrauchen „in der Furcht Gottes.“ „Furcht Gottes“ bedeutet aber nicht, in ständiger Angst vor Gott zu leben. Vielmehr ist gemeint, Ehrfurcht zu haben vor dem Schöpfer, dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf der Erde. Das schließt ein, Gott mit Verehrung, Liebe, Vertrauen, Hingabe, Hören, Danken, Bitten und Loben zu begegnen. Damit wir Menschen auf dieser Erde friedlich miteinander leben können, sind wir gut beraten, Gott die ihm gebührende Ehrfurcht zu erweisen: Verlieren wir ihn nicht aus dem Blick und aus dem Herzen! Und achten wir auf das, was er uns zu sagen hat! Das schließt die Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen ein. Wer das beherzigt, „der ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, am Morgen ohne Wolken“. Der wird seine Macht nicht missbrauchen, sondern sie zum Wohl und zum Segen derer einsetzen, die ihm anvertraut sind. Durch solche Menschen strahlt Gott – wie ein wunderbarer, sonniger, wolkenloser Morgen – seine Güte und Menschenfreundlichkeit ab auf andere. Herbert Bäsler ist Pastor der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Kirchengemeinden Wriedel und Klein Süstedt.

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