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Wenn der Mond die Sonne anknabbert

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Von: Lars Lohmann

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Hübsch: Partielle Sonnenfinsternis 2021 in Deutschland.
Bei einer partiellen Sonnenfinsternis deckt der Mond wie heute Teile der Sonne ab. Ohne den entsprechenden Schutz für Augen und Kamera sollte man aber nicht in die Sonne schauen. © dpa

Wenn sich heute gegen Mittag der Mond langsam vor die Sonne schiebt, steht der Uelzener Herbert Bollmeier mit seinem Teleskop auf dem Edeka-Parkplatz in Hermannsburg. 

Der leidenschaftliche Hobby-Astronom ist zweiter Vorsitzender der Sternwarte Südheide und wird in Hermannsburg mit anderen Vereinsmitgliedern die partielle Sonnenfinsternis beobachten und Interessierten die Hintergründe des Naturphänomens erklären. Dabei können sie einen Blick durchs Teleskop werfen.

„Wir brauchen natürlich gutes Wetter, ansonsten trinken wir halt nur gemeinsam eine Tasse Kaffee auf einem Parkplatz“, sagt Bollmeier. Für ihn ist die partielle Sonnenfinsternis schon etwas Besonderes. „Eine volle Sonnenfinsternis werde ich nicht mehr erleben“, sagt er. Die nächste findet in Deutschland am 3. September 2081 statt.

Gutes Wetter ist dafür natürlich Voraussetzung. AZ-Wetterexperte Reinhard Zakrzewski rechnet auch in Uelzen mit nur leichter Bewölkung für den Höhepunkt des Naturphänomens gegen 12 Uhr. „Zwischen 12 und 15 Uhr sind dreieinhalb Stunden Sonnenschein vorausgesagt. Das sieht gut aus“, sagt er.

Bollmeier wird also die partielle Sonnenfinsternis gut beobachten können. Dabei sei es vor allem wichtig, seine Augen zu schützen und nicht ohne wirksamen Schutz in die Sonne zu blicken. Denn die Kraft der Sonnenstrahlen dürfe man nicht unterschätzen. „Ohne Schutz durch einen Filter fügen die Strahlen der Sonne dem Auge schwere Schäden zu“, warnt er. Die gleichen Schäden können übrigens auch an Kameras entstehen. Zum Schutz gibt es zum Beispiel mit speziellen Folien ausgestattete Sonnenbrillen. Die Folien werden auch vor Spiegelteleskopen angebracht. Bei einem Linsenteleskop gibt es hingegen auch als eine weitere Möglichkeit spezielle Wärmefilter.

Eine partielle Sonnenfinsternis ist laut dem ersten Vorsitzenden der Sternwarte Südheide, Frank Pfeifer, für Astronomen eher unspektakulär. „Eigentlich zieht nur der kleine Mond vor die viel größere Sonne und verdeckt sie etwas“, sagt er. Man könne sich das Ganze in etwa wie einen Daumen vorstellen, den man sich nahe vor das Auge hält und der so das Sichtfeld einschränkt. „Aber es ist etwas, was alle mitbekommen“, sagt er. Das könne Begeisterung für die Astronomie wecken und das wolle man nutzen.

Bollmeier beobachtet inzwischen seit mehreren Jahren den Sternenhimmel. Was im Landkreis Uelzen aufgrund der geringen Lichtverschmutzung gut möglich ist. „Wenn die Straßenlaternen aus sind, kann man selbst in Uelzen die Sterne gut beobachten“, sagt Bollmeier, der ansonsten häufig bei Könau den Nachthimmel betrachtet. Das ist übrigens am besten bei Neumond möglich. „Bei Vollmond ist es zu hell“, erklärt er.

Hobby-Astronomen aus den Landkreisen Uelzen und Celle sowie dem Heidekreis treffen sich regelmäßig einmal im Monat zum Stammtisch in Munster. Nähere Infos gibt es auf www.sternwarte-suedheide.de.

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