Wie viele Plakate verträgt die Stadt?

FDP-Ratsherr schlägt den Bevenser Parteien vor, Wahlwerbung zu begrenzen

Walhlplakate an einer Bevenser Kreuzung
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Wahlplakate der Parteien und Wählergemeinschaften bei der Bevenser Stadtratswahl im Jahr 2018.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
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Wie viele Plakate verträgt Bad Bevensen? Und wie viele sind notwendig, damit die Bürger ihre Wahlentscheidung bei der Kommunalwahl treffen können? Ein FDP-Ratsherr will die Plakatschlacht begrenzen.

Bad Bevensen – Parteien, Kandidaten, Parolen: Am 12. September ist in Niedersachsen Kommunalwahl. Auch in Bad Bevensen wird ein neuer Stadtrat gewählt. CDU, SPD und FDP haben bereits ihre Listen bekanntgegeben (AZ berichtete). Die Diskussionen werden auch in Hinsicht auf das Wählervotum lebhafter. Doch wie viel Wahlwerbung vertragen die Kurstadt und die Umwelt? FDP-Ratsherr Jannis Walther schlägt jetzt vor, gemeinsam die Plakatschlacht zu begrenzen.

FDP-Ratsherr Jannis Walther setzt sich dafür ein, die Zahl der Wahlplakate in Bad Bevensen zu begrenzen.

„Ich würde gerne durch den Verzicht von kleinen Plakaten – kleiner als Größe A 0 – ein ökologisches Zeichen setzen und zeigen, dass wir in Bad Bevensen zumindest für die Stadtratswahl einen im Sinne des Klimaschutzes ressourcenschonenden Wahlkampf führen können“, begründet er seinen Vorstoß. „Fraglich ist sowieso, ob jemals eine Bürgerin oder ein Bürger ihre Wahlentscheidung von kleinen Plakaten abhängig gemacht hat – auf denen meistens auch keine inhaltliche Aussage zu finden ist“, meint Walter.

Ein ökologisches Zeichen setzen und zeigen, dass wir in Bad Bevensen zumindest für die Stadtratswahl einen im Sinne des Klimaschutzes ressourcenschonenden Wahlkampf führen können.

Jannis Walther, FDP-Ratsherr

A 0, das entspricht einem Seitenverhältnis von 84,1 mal 118,9 Zentimetern – eine Fläche von einem Quadratmeter. Walther weist auch auf die zeitliche Überschneidung mit dem Wahlkampf zur Bundestagswahl am 26. September hin, durch die mit ausufernder Wahlwerbung zu rechnen sei – zum Nachteil für die Kurstadt, findet der FDP-Ratsherr. Allerdings sei es den Bürgern auch schwer zu vermitteln, wenn nur eine einzelne Partei oder Wählergemeinschaft auf das Plakatieren verzichtet.

Bei den Grünen rennt Walther offene Türen ein. „Die Grünen haben das beim letzten Mal selber beantragt, insofern können wir den Vorschlag nachvollziehen“, sagt die Fraktionsvorsitzende Katja Schaefer-Andrae. Es gehe darum, im Wahlkampf nicht so viel Müll zu produzieren. Bei der vorigen Kommunalwahl sei der Vorschlag der Grünen jedoch leider abgelehnt worden.

„Wir haben viel Sympathie für die Idee“, betont Michael Chales de Beaulieu, Fraktionsvorsitzender der SPD. Allerdings habe die Partei zur Kommunalwahl viele neue Kandidaten, die sie bekannt machen müsse. Ohnehin nutzt die SPD nur Plakate ab der Größe A0. Fest steht für Chales de Beaulieu, dass ein Verzicht auf Plakate von allen mit getragen werden müsse: „Entweder alle oder keiner“, stellt er klar.

„Wir lehnen diese Plakatschlacht seit elf Jahren ab, weil sie das Stadtbild verschandelt“, sagt Hans-Bernd Kaufmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Bürger für Bad Bevensen (BfB). Er verweist auf die Übereinkunft bei früheren Kommunalwahlen, die Innenstadt von Plakaten freizuhalten. Die Wählergemeinschaft werde wenige Großplakate mit allen Kandidaten aufstellen. Für die kleinen Gruppen sei es ja auch finanziell schwer, große Kampagnen zu finanzieren. Kaufmann befürchtet eine Überlagerung durch den Bundestagswahlkampf. „Dann kann der Wähler nicht mehr unterscheiden, ob es um die Bundes- oder Kommunalpolitik geht.“

Die Wählergemeinschaft Bad Bevensen (WBB) unterstützt Walthers Vorschlag. „Normalerweise sind die Parteien und Kandidaten ja bekannt“, meint der Vorsitzende Gerd Ludolfs. „Da würden Handzettel reichen, damit die Namen bekannt sind. Da brauchen wir die Plakate nicht mehr.“

CDU hat schon Druckauftrag für Plakate vergeben

Vielleicht ist es auch schon zu spät für eine Vereinbarung zur Begrenzung der Wahlkampfwerbung. „Grundsätzlich finde ich das interessant“, sagt CDU-Fraktionschef Sönke Strampe. „Aber jetzt ist es schon so weit fortgeschritten.“ Die CDU habe schon den Druckauftrag für ihre Plakate erteilt. So viel steht für ihn fest: „Wir brauchen Werbung im Wahlkampf.“ Die CDU verzichte jedoch auf die früher üblichen Plastik-Hohlkammer-Plakate – der Umwelt zuliebe, wie Sönke Strampe betont.

Im Wahlkampf um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters hatte UWG-Mann Heiko Senking auf Plakatierung verzichtet.

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