Weiter westlich?

Von Holger BodenLüneburg/Wittingen/Hankensbüttel. Eine A39, die aus Richtung Norden auf der B4-Trasse bis Sprakensehl verläuft, dort nach Osten abknickt und an Hankensbüttel vorbei nach Wittingen führt? Solche und ähnliche Szenarien machen im Sommerloch die Runde – vielleicht auch, weil nun die 10000 Eingaben von der Lüneburger Regierungsbehörde abgearbeitet werden müssen und ansonsten nichts Greifbares in Sachen Autobahn passiert.

Aber sind die Vermutungen berechtigt? Fakt ist: Der beschriebene Autobahnverlauf liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Zahlreiche andere Trassen sind nach wie vor aber ebenfalls möglich. Von behördlicher Seite war stets betont worden, dass die Vorzugsvariante, die östlich von Lüneburg und Uelzen auf den Wittinger Raum zuläuft, nicht zwingend die ist, die auch gebaut wird.

Anlass für einen westlicheren Verlauf könnte eine Resolution der Stadt Lüneburg sein, die massive Bedenken gegen die Vorzugsvariante anmeldet, weil diese sehr nah an Lüneburger Wohnbebauung herankommt. Aus der Salzstadt kommt daher die Forderung nach einer westlicheren Variante.

Ob die Lüneburger allerdings in der Gesamtbewertung so viel Gewicht haben werden, dass ihr Wunsch erfüllt wird, bleibt abzuwarten. Oberbürgermeister Ulrich Mädge: "Wir werden alle Kräfte darauf konzentrieren, diese menschenfeindliche Vorzugsvariante mitten durch die Stadt Lüneburg zu verhindern. Ich rechne uns gute Chancen aus."

Die Entscheidung über die Trassenführung liegt bei der Regierungsbehörde. Deren Chef Dr. Holger Manthey gibt derzeit noch keine Wasserstandsmeldungen ab: "Ein westlicher Verlauf der Autobahn ist derzeit reine Spekulation." Zudem müsse eine Westvariante nicht zwangsläufig auf der B4-Trasse entlangführen, und der Schwenk nach Osten könne auch schon im Uelzener Bereich erfolgen. Manthey hofft, dass noch im Herbst über die Linienführung entschieden werden kann.

Erschienen: 05.08.2006: IK / 181 / Seite:7

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