Weisung für heute und morgen

Jetzt hat er uns – der Herbst: Nebel, frühe Dunkelheit, Stürme. Das kalendarische Jahr und die Natur wie das Kirchenjahr neigen sich dem Ende zu.

Der November ist dabei der Monat, in dem wir besonders unserer Verstorbenen gedenken, besonders jetzt am so genannten Volkstrauertag, der Opfer von Krieg und Gewalt, - dem aber eben der Ewigkeitssonntag folgt. Von Gott her bekommen Leid und Tod ein anderes Gesicht, können durch IHN überwunden und geheilt werden – Schritte ins Leben werden möglich, hier bis in Ewigkeit.

So ziehen wir Bilanz über das Geschehene, Erledigte, aber auch über das Versäumte. Wir halten inne. So fügt sich der Volkstrauertag, an dem der Millionen sinnlos gefallener Soldaten und Zivilisten der beiden großen Weltkriege in besonderer Weise gedacht wird, in die Gedenktage der christlichen Kirchen ein. Diese Gedenktage laden uns ein, über die Endlichkeit menschlichen Lebens und damit auch über unser Tun und Lassen nachzudenken. Die Zahlen der Toten beider Weltkriege sind erschreckend. Sie haben ein fast apokalyptisches Ausmaß. Die Wunden und Narben dieser menschlichen Katastrophen sind bis heute nicht verschwunden. Immer noch werden Bomben in ganz Europa entschärft und gesprengt. Familienangehörige wissen bis heute nicht, ob, wann, wie oder wo Ihre Väter, Brüder und Großväter gefallen sind. Szenarien von Atomkriegen flammen immer wieder auf.

Hier nun wendet sich das Evangelium zum Sonntag an uns und mahnt uns, nichts zu versäumen, sondern die Arbeit im Namen Gottes zu tun, vor dem wir alle verantwortlich sind und einmal Rechenschaft abgeben müssen über unser Tun und Lassen. So ist die Erinnerung an die Opfer der Gewalt mehr als ein ehrendes Gedächtnis, sie begründet vielmehr in uns die Verpflichtung, dem Übel von Terror, Krieg und Gewalt in jeder Form in unserer Welt keinen Raum mehr zu geben. Wer um seines eigenen Friedens willen der Gewalt, die seine Mitmenschen betrifft, nicht mit den notwendigen Mitteln entgegentritt, macht das Böse stark und riskiert seinen eigenen Frieden.

Da schenke Gott uns allen immer wieder Mut und Kraft, Solidarität und Geschwisterlichkeit in seinem Namen. Und er gebe uns seinen Frieden, der unser Denken, Fühlen und Handeln weit übersteigt.

Robert Mogwitz ist Pastor der Ev. - Luth. Christusgemeinden Uelzen und Molzen (SELK). Das Wort zum Sonntag finden Sie auch im Internet unter az-online.de

Von Robert Mogwitz

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