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Was wird aus der Impfstation in Uelzen? Mietvertrag bis 30. Juni befristet

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Von: Lars Becker

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Der Mietvertrag für die Impfstation im ehemaligen Netto-Markt ist bis zum 30. Juni befristet. Die weiteren Planungen in Sachen Infrastruktur für Corona-Schutzimpfungen hat der Landkreis „noch nicht abgeschlossen“.
Der Mietvertrag für die Impfstation im ehemaligen Netto-Markt ist bis zum 30. Juni befristet. Die weiteren Planungen in Sachen Infrastruktur für Corona-Schutzimpfungen hat der Landkreis „noch nicht abgeschlossen“. © Lars Becker

Die zentrale Impfstation des Landkreises Uelzen an der Celler Straße 3 bietet am Sonntag, 20. Februar, von 8.30 bis 15.30 Uhr Corona-Schutzimpfungen für Personen ab zwölf Jahren ohne Termin an. Doch trotz aller Impfangebote steckt man im Kreishaus in der Bedrouille: Die Nachfrage ist im Wochenvergleich erneut auf einen neuen Tiefstwert gesunken. Was passiert jetzt mit den Mobilen Impfteams und mit der Impfstation?

Uelzen/Landkreis – Immer weniger Menschen im Landkreis Uelzen lassen sich gegen das Coronavirus impfen – trotz immer noch steigender Infektionszahlen. Die erreichten am Donnerstag mit 175 neuen Fällen binnen 24 Stunden und dem Anschwellen der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner auf einen Wert von 975,5 einen neuen negativen Höhepunkt.

In der vergangenen Kalenderwoche (7. bis 13. Februar) wurden weniger als 600 Impfdosen verabreicht: 48 Erst-, 154 Zweit- und 383 Boosterimpfungen wurden registriert. Damit setzte sich der mehrfach von der AZ dargestellte Trend fort: Die Resonanz auf die Impfangebote des Landkreises ist seit Jahresbeginn im Wochenvergleich dramatisch eingebrochen – von 3058 über 2139, 1428 und 971 Impfungen insgesamt auf 729 in Kalenderwoche fünf und 585 vergangene Woche. Dazu, ob die Nachfrage nach Corona-Impfungen bei den niedergelassenen Ärzten größer ist, liegen dem Landkreis keine Zahlen vor.

„Weitere Planung noch nicht abgeschlossen“

Fünf mobile Impfteams des DRK-Kreisverbandes Uelzen sind im Einsatz – in der Zentralen Impfstation in der Celler Straße in Uelzen, bei dezentralen Terminen im Kreisgebiet oder bei aufsuchenden Angeboten in Alten- und Pflegeheimen. Was bedeutet nun die immer geringere Resonanz für die umfangreiche Infrastruktur, die die Kreisverwaltung aufgebaut hat, um die Menschen impfen zu können? Bleibt es bei fünf mobilen Impfteams und der Impfstation? Gibt es weiterhin so viele Impftermine?

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist die weitere Planung noch nicht abgeschlossen“, sagt Kreissprecher Martin Theine auf diese Fragen. Die Impfstation in der Celler Straße werde zunächst noch bis zum 30. Juni 2022 als Impfmöglichkeit genutzt, so Theine weiter. Bis zu diesem Datum laufe der befristete Mietvertrag für den ehemaligen Netto-Markt. „Dezentrale Angebote werden weiterhin in der Fläche aufrechterhalten“, kündigt Theine zudem an.

Neuer Biontech-Impfstoff länger haltbar

Er schildert, dass auch die Kampagne des aufsuchenden Impfens beispielsweise in den Alten- und Pflegeheimen ins Stocken geraten ist: „Die Nachfrage ist gering. Aktuell haben nur zwei Einrichtungen weitere Impftermine vereinbart“, so Theine.

Einziger Lichtblick aktuell: „Die Problematik des Impfstoffmanagements erfährt aktuell eine Entspannung, weil neu bestellter Impfstoff von Biontech deutlich länger haltbar ist als der zuvor gelieferte.“ Deshalb habe auch kein weiterer Impfstoff vernichtet werden müssen, so der Kreissprecher. Zur Erinnerung: Im Januar waren 307 Ampullen des Impfstoffes von Moderna und im Februar weitere 410 Ampullen des Herstellers Biontech/Pfizer entsorgt worden – in Summe bis zu 8600 Impfdosen.

100 weitere Personen unterstützen Gesundheitsamt

Aufgrund der hohen Fallzahlen an täglich gemeldeten Neuinfektionen – zuletzt immer im dreistelligen Bereich – hatte das Gesundheitsamt seine Vorgehensweise angepasst. So sollen sich Personen, die ein positives PCR-Testergebnis erhalten haben und die nicht telefonisch vom Gesundheitsamt kontaktiert wurden, ihre Infektion eigenständig gegenüber dem Gesundheitsamt anzeigen. Dazu gibt es ein Formular auf der Homepage des Landkreises.

Neben den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes selbst sind laut Martin Theine knapp 100 weitere Personen zu bestimmten Teilen mit der Bewältigung der Pandemie beschäftigt – davon rund 20 externe Kräfte.

Neues Impfangebot für Fünf- bis Elfjährige

Der Landkreis Uelzen weitet sein Impfangebot für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren aus. Bisher bestand nur die Möglichkeit, sich wöchentlich zu festen Terminen in der Uelzener Hermann-Löns-Schule durch die Impfteams des Landkreises gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Künftig werden zusätzlich auch in anderen Orten Impfangebote gemacht.

Den Auftakt bildet am morgige Sonnabend, 19. Februar, von 8 bis 15.30 Uhr eine Impfaktion in der Grundschule Bienenbüttel. Eine Terminvereinbarung vorab ist erforderlich – über www.impfportal-niedersachsen.de oder die Rufnummer 0800 99 88 66 5. Den Termin für die Zweitimpfung müssen die jeweiligen Personensorgeberechtigten selbst organisieren. Der Landkreis weist darauf hin, dass Kinder unter zwölf Jahren nur bei ausdrücklich für diese Altersgruppe benannten Terminen geimpft werden können.

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