Verein Hundehelden ging davon aus, dass die Stadt die Fläche stellt

Verunsicherung über Bevenser Hundefreilauf

Die Hundehelden beim Sammeln von Hundekot in Bad Bevensen
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Die Hundehelden bei einer Müllsammelaktion in Bad Bevensen. Der Verein setzt sich für einen Hundefreilaufplatz in der Kurstadt ein.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
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Der Verein Hundehelden ging davon aus, dass die Stadt Bad Bevensen eine Fläche für einen Hundefreilauf pachtet. Die Stadt wiederum erwartet, dass sich der Verein mithilfe eines Zuschusses von 5000 Euro selbst darum kümmert.

Bad Bevensen – Mit viel Optimismus ist der Verein Hundehelden gestartet. Das Ziel der Gruppierung: ein frei zugänglicher Hundefreilaufplatz am Bevenser Stadtrand, auf dem die Vierbeiner ohne Leine herumtollen und miteinander spielen können. Zudem biete so ein Platz auch Gelegenheit für die Hundehalter, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Idee traf auch im Stadtrat auf Unterstützung. Sogar ein möglicher Standort zeichnet sich ab: eine Fläche vor der Sportanlage des BSV Union. Doch bei der Umsetzung tauchen nun neue Hindernisse auf.

Eine Fläche vor der Sportanlage des BSV Union kommt als Standort für den Bevenser Hundefreilauf in Frage.

Die Stadt wird für keinen Verein Flächen pachten. Das hat auch mit Haftungsfragen zu tun.“

Gabriele Meyer, Bürgermeisterin

Der Verein geht nämlich davon aus, dass die Stadt die Fläche anpachtet. Das ist jedoch nicht vorgesehen. „Die Stadt wird für keinen Verein Flächen pachten“, stellt Bürgermeisterin Gabriele Meyer (Grüne) auf AZ-Nachfrage klar. Das sei seit vielen Jahren die grundsätzliche Haltung. „Das hat auch mit Haftungsfragen zu tun“, erklärt Gabriele Meyer. Die Fläche, die früher Standort der Bevenser Müllkippe war, gehört nach ihrer Auskunft dem Realverband Groß Hesebeck. Die Stadt selbst besitze keine geeignete Fläche. Sie unterstütze die Hundehelden jedoch laut Haushalt 2021 mit 5000 Euro für Pacht und Zäune.

Das bestätigt auch Stadtdirektor Martin Feller (Grüne). „Es gibt keinen Auftrag an die Verwaltung, eine Fläche zu pachten“, teilt der Verwaltungschef mit. Dies wäre auch ein riesiger bürokratischer Aufwand. Der Zuschuss liege sogar über dem vom Verein angemeldeten Bedarf.

„Wir sind bereit, die laufenden Kosten zu tragen, aber wenn wir eine große Summe für die Pacht aufbringen müssten, würde das unsere Möglichkeiten übersteigen.“

Meryem Lale Jaernecke, Vorsitzende

Für die Hundehelden kommt diese Auskunft offenbar völlig überraschend. „Den Zuschuss müssen wir jedes Jahr neu beantragen“, sagt die Vorsitzende Meryem Lale Jaernecke. „Wir sind 36 Leute. Wir sind bereit, die laufenden Kosten zu tragen, aber wenn wir eine große Summe für die Pacht aufbringen müssten, würde das unsere Möglichkeiten übersteigen.“ Die Mitglieder zahlen einen Vereinsbeitrag von zehn Euro jährlich, weil auch Schüler und Hartz-IV-Empfänger darunter sind. „Der Verein kann das nicht alleine machen“, betont Meryem Lale Jaernecke.

Stadt nimmt 48 500 Euro Hundesteuer im Jahr ein

Sie verweist auch darauf, dass der Verein ehrenamtlich ein Angebot für die ganze Stadt organisiere, das auch als Attraktion für Urlauber beworben werden könne. „Wir reden über 48 500 Euro Hundesteuer. Es geht um 800 Euro im Jahr“, gibt die Vereinsvorsitzende, die auch für die SPD im Stadtrat sitzt, zu bedenken. „Ich empfinde das so, als wenn unser Anliegen Hundefreilauf immer eine doppelte Runde drehen muss.“

Um ihr Anliegen zu untermauern, haben die Hundehelden eine Umfrage unter Wohnmobil-Urlaubern durchgeführt. Das Vorhaben sei durchweg gut angekommen. Die Wohnmobilisten, so das Ergebnis, hätten ein starkes Interesse an solch einem Angebot, das sie zu Fuß erreichen könnten – ein touristisches Alleinstellungsmerkmal.

Ratsfrau Linda Czerwinski stellt Antrag

Linda Czerwinski, die sich bereits im vorigen Jahr mit dem inzwischen verzogenen Ratsherrn Andreas Strehlau (SPD) für die Hundehelden stark machte, hat bereits mit einem neuerlichen Antrag reagiert. Die Kurstadt solle einen Hundefreilauf einrichten und anschließend den Verein Hundehelden mit dem Betrieb beauftragen, schlägt die WBB-Ratsfrau vor. Es gebe offenbar unterschiedliche Sachstände oder Wahrnehmungen in der Sache, begründet sie ihren neuerlichen Antrag.

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