Warum die Grippeimpfung in diesem Jahr besonders wichtig ist

„Das Immunsystem ist unvorbereitet“

Grippe-Impfung
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Da „stille Immunisierungen“ ausgeblieben sind, ist der Impfschutz gegen Grippe dieses Jahr wichtig. Den Piks sollten sich chronisch Kranke, Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und Berufsgruppen mit viel Kundenkontakt geben lassen.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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Durch das Corona-Virus sind die Grippe-Viren in den Hintergrund gedrängt worden. Doch mit dem Beginn der Grippesaison wird die Schutzimpfung wichtig. 

Uelzen/Landkreis - Wobei das Gesundheitsamt laut Kreissprecher Martin Theine keinerlei Impfmüdigkeit feststellen kann. Vielmehr sei die Rückmeldung, dass das Interesse an der Impfung groß sei.

Impfen lassen sollten sich alle über 60-Jährigen, Personen mit Grunderkrankung wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauferkrankungen sowie Schwangere und Personen, die mit diesen in Kontakt treten. „Zur Senkung des eigenen Erkrankungsrisikos und auch, um Personen im Umfeld zu schützen“, sagt Theine. Denn es gebe eben auch Menschen, die sich nicht impfen lassen könnten. Auch bestimmten Berufsgruppen, primär medizinischem und pflegerischem Personal, wird daher eine Grippe-Impfung empfohlen, da das Ansteckungsrisiko dort wesentlich höher ist. Das gleiche gilt für Menschen, die in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr arbeiten, zum Beispiel als Busfahrer oder Lehrer. Aber auch Menschen, die Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln haben, wird vom für Impfungen zuständigen Paul-Ehrlich-Institut eine Immunisierung empfohlen.

Zwar sind laut dem Gesundheitsamt während der Corona-Pandemie aufgrund der Hygiene-Maßnahmen viele Linien der Grippeerreger reduziert worden, dennoch wird mit anderen schwerwiegend verlaufenden Atemwegserregern in dieser Grippe-Saison gerechnet. Durch die Corona-Hygieneschutzmaßnahmen seien zudem die ansonsten ablaufenden „stillen Immunisierungen“ ausgeblieben. Die Folge: „Einerseits ist mit unbekannten Grippevarianten zu rechnen und andererseits ist das Immunsystem unvorbereitet“, sagt Theine. Daher sei es sehr wichtig, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Denn durch die Auffrischung des Impfschutzes kann die Kreuzimmunität gegen die unterschiedlichen Grippe-Virus-Varianten erhöht werden und es wird ernsten Krankheitsverläufen vorgebeugt.

Der Impfstoff selbst wird jährlich an die voraussichtlich zirkulierenden Virenstämme angepasst. Denn Grippe-Viren verändern sich ständig. Der Impfstoff setzt sich gemäß den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und des Ausschusses für Humanarzneimittel bei der Europäischen Arzneimittelagentur aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten Influenza-Viren zusammen, von denen angenommen wird, dass sie während der Grippe-Saison am häufigsten vorkommen werden. Laut dem Paul-Ehrlich-Institut sind in Deutschland insgesamt neun Vierfach-Impfstoffe für die Grippe-Saison 2021/22 zugelassen. Sie immunisieren also gegen vier Varianten der Influenza-Viren. Selbst wenn andere Virenstämme auftreten sollten, verläuft die Erkrankung dadurch weniger schwer. Stand diese Woche sind bisher 28,9 Millionen Dosen Grippeimpfstoff in Deutschland freigegeben.

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