Gegner sehen „Ende der A 39“, Planer sehen das nicht

Wachtelkönig im Weg?

Soll bei Bodenteich heimisch sein: Wachtelkönig.

Wittingen/Bad Bodenteich. Erst der Ortolan, nun der Wachtelkönig: Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) sieht wegen einer schützenswerten Vogelart wieder einmal „die geplante Autobahn A 39 vor dem Aus“.

Die Planer in Lüneburg möchten sich dieser Sichtweise allerdings nicht anschließen.

Laut LBU-Regionalsprecher Günter Schäfers sei der „unter allerhöchstem EU-Schutz“ stehende Wachtelkönig an den Bodenteicher Seewiesen eindeutig nachgewiesen worden – in diesen Bereich solle einmal die A39 verlaufen. Dieses Vorkommen bekräftige „das Ende der A 39“, so der LBU. Die Vogelart habe bereits andere Verkehrsprojekte „in Bedrängnis“ gebracht.

Der Leiter der Lüneburger Straßenbaubehörde, Dirk Möller, sieht die Sache freilich ganz anders: Die Thematik sei bekannt, man seit vom LBU auf den Wachtelkönig hingewiesen worden. Nun würden Fachplaner der Landesbehörde das Vorkommen des Vogels untersuchen und Kartierungen vornehmen, man sei „im Dialog mit Experten vor Ort“.

Der Wachtelkönig sei, so Möller, zweifellos „hoch schützenswert“, jedoch sei es zu früh für Aussagen über seine Auswirkungen auf die Autobahn-Planungen. Zu prüfen sei, wo genau er sich aufhalte. Dann sei zu analysieren, wie man damit umgehe.

Der LBU verweist unterdessen auch auf Nachweise seltener Libellenarten und der „seltensten heimischen Orchideenart“ (Kleines Knabenkraut) im so genannten Grünen Band am ehemaligen Grenzstreifen, der vom A 39-Zubringer B 190n durchschnitten werden soll. Auch der Nachweis „zumindest eines Seeadler-Brutpaares“ auf der geplanten Autobahntrasse sei geeignet, das Projekt in Schwierigkeiten zu bringen, ist Schäfers überzeugt.

Von Holger Boden

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