Vorsprung für die A39

Lüneburg/Wittingen - Von Holger Boden. Gräbt die A22 der A39 finanziell das Wasser ab? Das zumindest mutmaßen die A39-Gegner, nachdem Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche angekündigt hat, die Küstenautobahn werde "deutlich vor 2020" fertiggestellt.

Die Kosten für die A22, die den Bremer Raum mit der Elbe verbinden soll, werden auf etwa 1,1 Milliarden Euro geschätzt. Annette Niemann, Sprecherin des Dachverbandes der Bürgerinitiativen gegen die A39, ist überzeugt: "Niedersachsen kann die zwei milliardenteuren Autobahn-Großprojekte nicht gleichzeitig im Bund durchsetzen." Das sieht man im Wirtschaftsministerium ganz anders. Dessen Sprecher Andreas Beuge sagt: "Das sind zwei völlig verschiedene Projekte, für beides wird eine Finanzierung hinzubekommen sein." Er sieht den Vorsprung sogar auf Seiten der A39 – denn die sei schon im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes, die A22 dagegen erst im weiteren Bedarf. Beuge: "Da gibt‘s also ganz klare Prioritäten." Ähnlich sieht es Markus Mews, Sprecher der IHK Lüneburg-Wolfsburg: "Die A39 ist vom Planungsstand her weiter. Wir beobachten da keine Verschiebung der Gewichtung." Also alles Wunschdenken der Autobahngegner in einer Zeit, da die echten Neuigkeiten von der A39-Planung fehlen? Immerhin: Auch im politischen Lager wird über die mögliche Konkurrenz zwischen A39 und A22 diskutiert. Während die A39-Gegner sich sicher über ein Primat der A22 freuen würden, räumt die CDU-Landtagsabgeordnete Ingrid Klopp ein: "Die Sorge habe ich auch." Eine Sorge, die daher rührt, dass die A22 derzeit "so ungeheuer gepusht wird". Allerdings, so Klopp, habe man ihr in politischen Kreisen versichert, dass "das eine Projekt das andere nicht aushebelt". Und auch der SPD-Landespolitiker Klaus Schneck sagt: "Ich habe keine neue Erkenntnis, dass die A39 hintenan gestellt werden soll." Derweil heißt es seitens der Autobahngegner, man prüfe derzeit, ob schon nach dem (nahenden) Ende des Raumordnungsverfahrens die ersten Musterklagen gegen die A39-Planung erhoben werden sollen. Erschienen: 12.06.2007: IK / TZ / Seite:3

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