Noch rechtzeitig misstrauisch geworden

Vorsicht, falsche Polizisten! Seniorinnen übergeben EC-Karten an Betrüger

Die Polizei macht immer wieder auf Telefonbetrüger aufmerksam. Wichtig: Familienangehörige müssen mit älteren Menschen reden und sie immer wieder warnen.
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Die Polizei macht immer wieder auf Telefonbetrüger aufmerksam. Wichtig: Familienangehörige müssen mit älteren Menschen reden und sie immer wieder warnen.

Schon wieder haben Telefonbetrüger ihr Unwesen im Kreis getrieben. Zwei Seniorinnen gaben ihre EC-Karten heraus, wurden dann aber gerade noch rechtzeitig misstrauisch und alarmierten die „echten“ Ermittler.

Uelzen/Landkreis – Dass in der vergangenen Woche zunächst eine 77-jährige Uelzenerin Opfer von Trickbetrügern geworden ist und dass nun am Sonntagnachmittag gleich zwei weitere Seniorinnen aus dem Landkreis Uelzen ihrerseits um ein Haar von falschen Polizisten übers Ohr gehauen worden wären, nimmt die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen zum Anlass, noch einmal mit Nachdruck vor dieser und anderen Betrugsmaschen zu warnen.

Nach Angaben der Ermittler habe es bereits in den letzten Wochen und Monaten in der Region „verschiedene Anrufe“ von Ganoven gegeben. Immer wieder mal – das betonen die Ermittlungsbehörden – schwappen solche dubiosen Betrugsversuche wie in Wellen durch die verschiedenen Landkreise und kreisfreien Städte.

Aktuelle Fälle in Bad Bevensen und Wrestedt

Mutmaßlich eher willkürlich rufen die Täter dabei mit verschiedenen Maschen bei Menschen an, deren Namen in Online-Telefonverzeichnissen älter klingen – ein Stichwort ist hier auch der sogenannte „Enkel-Trick“. Dabei gibt sich ein Anrufer als Enkel aus, der in eine Notlage geraten sei und dringend eine bestimmte Bargeldsumme benötige.

Die aktuellsten Betrugsfälle in Sachen falsche Polizisten, von denen die Ermittler Kenntnis haben, ereigneten sich am Sonntag bei 72- und 89-jährigen Frauen aus Bad Bevensen und Wrestedt. Beide Frauen seien von Unbekannten „zunächst auf ihrem Festnetztelefon kontaktiert“ worden, so die Polizei, die zum konkreten Hergang mitteilt:

„Die Anrufer gaben sich als Beamte der Kriminalpolizei aus. Diese erzählten dann, dass in der Nachbarschaft eine Bande gefasst worden sei, welche für Einbrüche und Überfälle infrage kommen würde. Um weiteren Schaden abzuwenden, müsse man nun die EC-Karte sperren und benötige hierfür auch die zugehörige PIN. Hierbei sollte die EC-Karte in einem Fall im Briefkasten, im anderen Fall unter der Fußmatte deponiert werden.“ Ein unbekannter Abholer sei dann zur Wohnanschrift der angerufenen Seniorinnen gekommen und habe die Karte abgeholt.

Ergaunerte EC-Karten noch rechtzeitig gesperrt

„Der PIN sollte entweder dazugelegt werden oder wurde nach Abholung telefonisch erfragt“, teilt die Polizei mit. Glück im Unglück: Beide Seniorinnen wurden nach Abholung der EC-Karte misstrauisch und wandten sich an die „echte“ Polizei. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist es zu keinem finanziellen Schaden gekommen. Die Karten wurden schnellstmöglich mit Hilfe der Polizei vor Ort gesperrt“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung.

Hinweise nimmt die Polizei Uelzen unter Telefonnummer (05 81) 93 00 entgegen, die angesichts des Vorgehens der Telefon-Betrüger auch noch einmal auf den zentralen Sperrnotruf für alle Kredit- und EC-Karten hinweist. Dieser lautet 116 116 und kann auch bei Verlust der Karte jederzeit angerufen werden.

„Sprechen Sie aktiv über diese Betrugsmaschen!“

Die telefonischen Maschen der Betrüger seien zwar nicht neu, würden jedoch immer wieder aktualisiert – beispielsweise gab es in der Vergangenheit auch Anrufe, bei denen vermeintliche Ärzte eine teure Behandlungsmethode gegen das Coronavirus für einen Angehörigen anboten.

Grundsätzlich seien die Täter im gesamten norddeutschen Raum aktiv und wechselten fast täglich die Region – um dann nach einigen Tagen oder Wochen auch wieder in der Region Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg zuzuschlagen. Daher appelliert die Polizei in diesem Zusammenhang wiederholt an Kinder, Lebenspartner und Angehörige von älteren Menschen: „Sprechen Sie aktiv über diese Betrugsmaschen und vereinbaren Sie Verhaltensweisen bzw. Gespräche miteinander bei möglichen Anrufen! Werden Sie aktiv! Es ist Ihr Erbe oder Vermögen, das in die falschen Hände gerät.“

Das sind die wichtigsten Tipps der Polizei

• Seien Sie Fremden gegenüber grundsätzlich misstrauisch!

• (Be-) Sprechen Sie (sich) mit Ihren Angehörigen!

• Ziehen Sie unbedingt eine Vertrauensperson hinzu!

• Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten!

• Öffnen Sie unbekannten Personen nicht die Tür!

• Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen, angebliche Mitarbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten!

• Die Polizei lässt sich niemals von Bürgern eine EC-Karte mit PIN aushändigen!

• Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall so schnell wie möglich an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige!

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