Vorschneller Protest gegen Biogas

Von Jörn Nolting - Sauberen Naturstrom versprechen so manche Energieversorgungsunternehmen, doch stammt der Strom aus der heimischen Steckdose in erster Linie aus der Atomkraft. Und welche Folgen die Atomenergie mit sich bringt, wurde am vergangenen Wochenende mal wieder sichtbar.

Hochradioaktiver Müll wird in Gorleben zwischengelagert und droht dort gar bis ans Ende aller Tage zu stehen. Also muss nach Alternativen gesucht werden. Im Landkreis Uelzen schon von weitem sichtbar sind die hohen Windräder, die wohl gerade an diesem windigen Wochenende jede Menge Strom produzieren werden. Solaranlagen auf den Dächern von privaten Häusern sind auch keine Seltenheit mehr. Und auch Biogasanlagen sind im landwirtschaftlich geprägten Lankreis Uelzen kein ungewöhnliches Bild.

Um so erstaunlicher mutet es da doch an, dass sich gegen die Errichtung einer Biogasanlage in Suderburg schon erster Protest regt, obwohl nicht einmal eine Baugenehmigung beantragt wurde. Aber es handelt sich eben um eine Situation, in der die Positionen beider Seiten nachvollziehbar sind. Zum einen wollen die beiden Landwirte eine Investition für die Zukunft erschaffen, die langfristig ökonomisch arbeitet, zum anderen wollen die Anwohner die geplante Biogasanlage nicht direkt vor ihrer Haustür haben.

Doch wer auf dem Land wohnt und in einem Dorf groß geworden ist, der sollte eigentlich wissen, dass Problemlösungen nicht unbedingt über die Bildung einer Bürgerinitiative funktionieren. Da setzen sich die Beteiligten am besten an einen Tisch und reden über ihr Vorhaben – und in Suderburg wurde kein Geheimnis aus den Planungen für die Biogasanlage gemacht. Bei der Errichtung des Kleintierkrematoriums in Emern ist genau dieser Schritt versäumt worden. Deshalb hat sich dort zu Recht die Bürgerinitiative gegründet.

Oder liegt das vorschnelle Handeln der Suderburger Protestler an der Beteiligung des CDU-Landtagsabgeordneten am Biogasanlagen-Projekt, das ein gewisses Quentchen mehr Empörung hervorruft? Verständnis gibt es in diesem Fall für beide Seiten – nur die Art und Weise des Protestes ist etwas vorschnell.

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