Vorfahrt für Gemeinden

Während die Mitgliedsgemeinden Bodenteich und Lüder für eine Verlegung der Trasse nach Osten (rechts) plädieren, kann die Gemeinde Soltendieck sehr gut mit der Vorzugsvariante (links) leben. Der Samtgemeinderat gab zum Trassenverlauf kein Votum ab.

Von Walter ManickeBad Bodenteich. Vielleicht lag es auch an den hochsommerlichen Temperaturen, dass nur ein halbes Dutzend Zuhörer gekommen war, um die Debatte des Bodenteicher Samtgemeinderates über die Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren für die geplante Autobahn 39 und die Querspange B 190n zu verfolgen. Die Debatte im Hotel "Braunschweiger Hof" fiel im Gegensatz zu denen der Mitgliedsgemeinden recht kurz aus. Eine halbe DIN-A-4-Seite füllt die von der CDU-Fraktion erarbeitete Stellungnahme, die bei zwei Enthaltungen verabschiedet wurde.

Die Samtgemeinde Bodenteich unterstützt ebenso wie die Mitgliedsgemeinden Bodenteich, Lüder und Soltendieck die Planung und den Bau der A39 sowie den Bau der Querspange zeitgleich mit der A39 bis zur B 4. Hier hören die Gemeinsamkeiten aber schon auf. Während der Flecken Bad Bodenteich für den Bau im nördlichen Bereich ist, plädieren die Gemeinden Lüder und Soltendieck für die südliche Variante.

Bedeckt hält sich die Samtgemeinde bei der Trassenführung der A39. Hier verweist der Samtgemeinderat, der unter dem Vorsitz von Kai-Uwe Sander tagte, auf die einzelnen Stellungnahmen der Mitgliedsgemeinden. Während die beiden Gemeinden Bad Bodenteich und Lüder eine Verlegung der Trasse weiter in Richtung Osten fordern, in den Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze, votiert Soltendieck für die Vorzugsvariante. Dadurch würde die Gemeinde am wenigsten betroffen, war sich der Rat einig.

Man habe sich bei der Trassenführung nicht festlegen wollen, erklärt Samtgemeindebürgermeister Rainer Kölling auf Anfrage der AZ. Denn Träger der Planungshoheit seien die Mitgliedsgemeinden, die Samtgemeinde nur nachrangig betroffen. Entsprechende Anträge zur Trassenführung wurden deshalb auch von der Ratsmehrheit abgelehnt, um den Interessen der Gemeinden Rechnung zu tragen.

Erschienen: 26.07.2006: AZ / 172 / Seite:8

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