Landkreis hält trotz bundesweiter Absage an Warntag fest / Bürger sensibilisieren

Von Dächern dröhnt es bedrohlich

Eine Sirene auf dem Dach des Uelzener Rathauses
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Auf dem Dach des Alten Rathauses befindet sich eine von zwei Sirenen, die im Uelzener Kernstadtgebiet zu finden sind. Eine zweite gibt es an der Kuhlaustraße.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Für den möglichen Ernstfall gerüstet sein will der Landkreis Uelzen – mit einem Warntag sollen Kreisbewohner für das Thema sensibilisiert werden.

Uelzen/Landkreis - Als zuletzt im Westen Deutschlands durch die Wucht des Wassers ganze Landstriche verwüstet wurden und Todesopfer zu beklagen waren, stellten sich die Menschen die Frage: Hätte das Schlimmste, die Toten, nicht verhindert werden können, wenn mehr und früher gewarnt worden wäre? Im gesamten Kreisgebiet wird deshalb am Donnerstag, 9. September, ab 11 Uhr über alle im Kreis vorhandenen Katastrophenschutzsirenen ein Probealarm ausgelöst. Gegen 11.20 Uhr soll das Signal zur Entwarnung ertönen. So teilt es die Kreisverwaltung mit.

2020 war erstmals wieder nach langer Pause ein bundesweiter Warntag ausgerufen worden – mit dem Ergebnis: Es muss nachgebessert werden. Eine Wiederauflage in diesem Jahr war von den Innenministern der Länder abgesagt worden, weil zunächst die Warninfrastruktur verbessert werden soll, bevor es wieder einen Anlauf gibt.

Der Landkreis Uelzen aber hält die Aktion für notwendig. Kreissprecher Martin Theine sagt gestern gegenüber der AZ: „Wir wollen unsere Sirenen testen, und sichergehen, dass sie im Ernstfall funktionen.“ In einer Mitteilung des Kreises heißt es auch: „Die kürzlich aufgetretenen katastrophalen Unwetter-Situationen in den Bundesländern, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben gezeigt, wie wichtig eine zuverlässige Warnung der Bevölkerung ist.“ Zugleich gelte es auch zu wissen: Was bedeuten die Warnsignale? Was muss ich beherzigen?

Sirenengeheul ist üblicherweise im Fall eines Feuerwehr-Einsatzes zu hören, damit sich die Kameraden sammeln. Kreisbrandmeister Helmut Rüger erklärt, dafür seien die Anlagen aber nicht ursprünglich installiert worden, sondern um die Bevölkerung zu warnen: „Die Feuerwehren sind auch Nutzer der Sirenen, gedacht sind sie aber für den Katastrophenfall.“ 

Wenngleich die Feuerwehrfrauen und -männer inzwischen auch über den digitalen Weg mit Nachrichten aufs Handy alarmiert werden, so sind die Sirenen aus Sicht von Rüger nicht unentbehrlich. Sollte das Funknetz ausfallen, brauche es weiterhin eine Möglichkeit, die Wehren zu alarmieren. Gleiches gelte für den Katastrophenfall oder falls es zu einem Angriff auf die Infrastruktur komme, durch den das Funknetz zusammenzubrechen drohe.

Nach dem kalten Krieg, in dem auch immer die Gefahr möglicher Nuklear-Angriffe bestanden hatte, waren Sirenen im Bundesgebiet abgebaut worden. Wie Rüger sagt, sind sie im Landkreis Uelzen „noch relativ flächendeckend“ zu finden. Ausgelöst werden können sie vor Ort oder über die Leitstelle für Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätze im Kreishaus.

Was welches Signal bedeutet, wie sich Menschen für den Ernstfall rüsten können, dazu gibt es Informationen unter www.bbk.bund.de oder auch auf der Homepage des niedersächsischen Innenministerium unter „Warnung der Bevölkerung“.

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