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Viel zu wenig Bohrschlamm: Neue Anlage in Borg fährt jetzt sechsstelliges Minus ein

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Von: Lars Becker

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So sieht der entwässerte Bohrschlamm im Entsorgungszentrum Borg aus. awb-Betriebsleiterin Christina Harms und Landrat Dr. Heiko Blume (2. von rechts) unter anderem mit dem damaligen Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Muhle (rechts).
So sieht der entwässerte Bohrschlamm im Entsorgungszentrum Borg aus. awb-Betriebsleiterin Christina Harms und Landrat Dr. Heiko Blume (2. von rechts) unter anderem mit dem damaligen Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Muhle (rechts). © Schossadowski, Bernd

Die Bohrschlammbehandlungsanlage im Entsorgungszentrum in Borg ist nicht mehr ausgelastet. Das sorgt für ein sechsstelliges Minus. Jetzt wird überlegt, wie das Defizit zu verringern ist.

Uelzen/Landkreis – Der Wirtschaftsplan für das Jahr 2023 des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft Landkreis Uelzen weist einen Jahresfehlbetrag von rund 210 000 Euro aus. Das ist gegenüber den Vorjahren, als Defizite von 1,7 Millionen Euro (2022), 419 000 Euro (2021) und knapp 1,8 Millionen Euro (2020) zu Buche standen, eine Verbesserung.

Gleichwohl wird ein strukturelles Problem deutlich: Die Bohrschlammbehandlungsanlage im Entsorgungszentrum Borg ist perspektivisch nicht mehr ausgelastet. Sie verursacht allein ein Minus von 193.000 Euro. Zur Begründung dafür heißt es im Wirtschaftsplan, den der Betriebsausschuss Abfallwirtschaft dem Kreistag einstimmig zur Zustimmung empfohlen hatte:

Planung wird auf 1000 Tonnen reduziert

„Hauptgrund für die defizitäre Planung sind die rückläufigen Mengen aus angelieferten Bohrschlammmengen, da insbesondere der Ausbau des Glasfasernetzes im Landkreis Uelzen in 2022 weitestgehend abgeschlossen wurde und nach wie vor die gesetzlich vorgeschriebene Entsorgung von Bohrschlämmen nur unzureichend eingehalten und vom Ministerium überwacht wird.

Die Bohrschlammbehandlungsanlage wurde seinerzeit eigens für die Behandlung der Bohrschlämme aus dem Ausbau des Glasfasernetzes für den Auftraggeber Landkreis Uelzen errichtet, um die fachgerechte Entsorgung sicherzustellen und erhöhte Kosten durch lange Transportwege zu vermeiden. Die damals vom Landkreis zugrunde gelegten Mengen für die Anlagenauslastung waren deutlich zu hoch ermittelt.“

Deshalb sei die Planung für den Zeitraum 2023 bis 2026 mit maximal 1000 Tonnen pro Jahr kalkuliert, „da weitere Mengen nicht absehbar sind“. 1,8 Millionen Euro hatte die im Sommer 2019 erbaute Anlage gekostet, anfänglich waren 11 000 bis 12 000 Tonnen Bohrschlamm pro Jahr eingeplant worden.

Anlieferungspreis bereits reduziert

Der Abfallwirtschaftsbetrieb prüfe die Umsetzung von Optionen, um die geplanten Fehlbeträge in den Planjahren „maximal auszugleichen beziehungsweise abzumildern“. Dabei gehe es um die Akquise weiterer Anlieferungsmengen „durch gezielte und wirtschaftliche Preisanpassungen. Zudem werden Verhandlungsgespräche mit dem Landkreis Uelzen über den anteiligen Defizitausgleich geführt werden müssen“, schreiben Betriebsleiterin Christina Harms und ihre Stellvertreterin Kristin Schulz im Wirtschaftsplan.

Zum Zeitpunkt der Errichtung der Anlage für die Behandlung der Bohrschlämme aus dem Glasfaserausbau seien keine Regelungen für rückläufige Mengen mit dem Landkreis Uelzen vereinbart worden. „Darüber hinaus sollen mögliche Kooperationen, zum Beispiel mit dem Anlagenhersteller, angefragt und geprüft werden. Eine Senkung der Kosten für die notwendigen Wartungen als auch die Kosten der eingesetzten Betriebsstoffe konnte zwischenzeitlich schon erreicht werden. Die Senkung des Anlieferungspreises wurde bereits vorgenommen, um Mengen aus anderen Bereichen zu akquirieren“, so Harms und Schulz.

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