Viel Kies durch A 39?

Eberhard Manzke

mr Uelzen/Lüneburg. Die Hakeleien zwischen Autobahngegnern und der IHK, die sich in der Region als Motor für den Bau der A 39 versteht, gehen in eine neue Runde: Der Dachverband der 35 Bürgerinitiativen gegen die A 39 hat den Bauunternehmer und IHK-Präsidenten Eberhard Manzke aufgefordert, "seine Interessenverflechtung mit dem möglichen Bau der A 39 offen zu legen und die Konsequenzen aus dem gravierenden Interessenkonflikt zwischen Amt und privaten Interessen zu ziehen".

Dachverbandssprecherin Annette Niemann verweist darauf, dass Manzke mittlerweile an die zehn Kies- und Sandgruben im Umfeld der A-39-Trasse betreibe. So beantrage eine seiner Firmen Bodenabbau von 1,4 Millionen Kubikmetern mit 19 Metern Tiefe auf 22 Hektar an der Ilmenau zwischen Tätendorf/Eppensen und Walmstorf/Nassennottorf. "Der Abbau dieser Mengen von Füllsand zielt ganz offensichtlich auf den Autobahnbau", meint Niemann. Sie fordert Manzkes Rückzug vom Vorsitz "wegen einer Verflechtung privater Interessen mit dem Spitzenamt einer Körperschaft öffentlichen Rechts".

Die IHK weist die vom Dachverband erhobenen Vorwürfe gegen entschieden zurück. Manzke selbst verweist auf die positiven Voten der Kammer-Mitglieder für die A 39, für die es einen breiten Konsens der Unternehmen in der Region gebe. Er habe bei jeder Abstimmung in der Vollversammlung zu diesem Thema darauf hingewiesen, dass er nur Baustoffproduzent sei und sich nicht an Ausschreibungen zur A39 beteiligen werde. Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert nimmt Manzke in Schutz: "Die Verzweiflung bei den Gegner muss schon sehr groß sein, wenn ihnen nichts besseres einfällt, als einen Unternehmer, der sich mit großem Engagement für die Wirtschaft unserer Region einsetzt, persönlich zu verunglimpfen."

Erschienen: 08.05.2009: AZ / TZ / Seite:1

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