A 39-Trasse: Verschiebung nach Westen

An der neuen Planung für den A-39-Trassenverlauf haben die Groß Hesebecker und Röbbeler ganz schön zu knabbern. Foto: Privat

Hanstedt II/Landkreis. Die A 39-Trasse zwischen Bad Bevensen und Uelzen verschiebt sich näher an Groß Hesebeck und Oetzendorf. Und auch die Anschlussstellen der Stadt Bad Bevensen wurden von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am Freitag bei einer Arbeitskreis-Sitzung mit Vertretern des Landkreises Uelzen, der Stadt Uelzen, betroffener Gemeinden, Fachbehörden und Verbänden in Hanstedt II vorgestellt.

Die Anschlussstelle an der Landesstraße 232 bleibt wie geplant, doch die zweite Anschlussstelle wird sich an der Kreisstraße 41 befinden.

„Wir haben im Rahmen der Entwurfsplanung geprüft, ob im Bereich des FFH-Gebietes ‘Ilmenau mit Nebenflächen’ alternative Trassenführungen möglich sind, die zu einer geringeren Beeinträchtigung des FFH-Gebietes führen würden“, erläutert Dirk Möller, Geschäftsbereichsleiter der Landesbehörde. FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden.

Insgesamt wurden sechs Varianten geprüft und abgewogen. „Aus gesamtplanerischer Sicht zeigte sich, dass eine westliche Führung zwischen Groß Hesebeck und Röbbel zu bevorzugen ist“, so Möller. Das heißt, dass eine östliche Führung der Autobahn zwischen Weste und Höver nicht weiter verfolgt wird.

Abgewogen wurden der Artenschutz, das Schutzgut Mensch sowie die Möglichkeiten der Technik und die Kosten. Vorrangig steht jedoch die FFH-Verträglichkeit. „Das Schutzgut Mensch ist beherrschbar durch Lärmschutz oder andere Maßnahmen. Wie es genau aussieht, können wir jetzt noch nicht sagen“, erklärt Möller.

Die Entscheidung fiel nicht leicht, aber um die Ergebnisse aus den örtlichen Untersuchungen zu berücksichtigen, musste im Bereich des Röbbelbachs die Vorzugesvariante gegenüber der ursprünglichen linienbestimmen Trasse um rund 150 Meter nach Westen verschoben werden, sagt er. Ebenso ist im Bereich Oetzendorf eine Verschiebung um circa 350 Meter nach Westen notwendig geworden, um ein Schlingennattervorkommen zu umgehen.

Neben der Frage der Varian-tenuntersuchung im Bereich des Röbbelbachs wurde das Anschlussstellenkonzept im Bereich Bad Bevensen vorgestellt. Durch die Anordnung jeweils einer Anschlussstelle an der L 232 und der K 41 wird gegenüber der ursprünglichen Variante mit jeweils einer Anschlussstelle an der L 232 und L 253 der Durchgangsverkehr in der Kurstadt auf der Dahlenburger Straße und Römstedter Straße sowie in den Ortsdurchfahrten von Secklendorf, Römstedt, Oetzen und Oetzendorf reduziert.

Susanne May von der Bürgerinitiative (BI) Röbbel-Groß Hesebeck hält die Planung für einen „geschmacklosen Aprilscherz“: „Nicht nur, dass die Trasse vielen Groß Hesebeckern direkt in den Vorgarten geschoben wird, jetzt wird auch noch die Abfahrt von Römstedt zu uns verschoben. Der ohnehin durch den viel zu engen Abstand zwischen den Dörfern belastete Bereich wird jetzt auch noch mit Zubringer- und Abfahrtsverkehr verlärmt.“ Damit nicht genug: Dies alles geschehe auf dem Stadtgebiet der Kurstadt Bad Bevensen, deren Kurgebiet keine zwei Kilometer Luftlinie von dem neun Meter hohen Brückenbauwerk über den Röbbelbach entfernt ist, so ihre Bedenken.

Von Jörn Nolting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare