A 143 Urteil bremst Planer

mck Stendal. Die A14-Nordverlängerung werde gebaut, so Karl-Heinz Daehre (CDU), Landesverkehrsminister, gestern in Stendal. Auf Einladung der Bürgerinitiative "BASTA 14" stellt er den aktuellen Stand der Planungen vor.

"Gehört der Mensch eigentlich noch zur Umwelt", fragt sich gestern Hans-Erich Schulze, Stendals Kreishandwerksmeister, nachdem Karl-Heinz Daehre, Landesverkehrsminister, den aktuellen Stand der Planungen zur A14-Nordverlängerung im gut gefüllten Saal des "Schwarzen Adlers" erläutert hat. Und diese Frage scheinen sich zumindest die Befürworter des Autobahnprojektes ebenfalls zu stellen. Dass es augenscheinlich mit dem Bau der Bundesfernstraße nicht vorangehe, läge an einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Bau der A143 (Westumfahrung Halle). Dies habe sich auf sämtliche Infrastrukturprojekte der Bundesrepublik ausgewirkt und billige dem Natur- und Umweltschutz eine größere Gewichtung beim Planen zu. Somit musste auch die geplante Nordverlängerung erneut auf den planerischen Prüfstand, um die noch strengeren Auflagen erfüllen zu können. Jörg Przesang vom Landesverkehrsministerium erläutert den Anwesenden die Komplexität, die nun und in Zukunft nicht nur beim Bau von Straßen zu berücksichtigen sei, um für Fauna und Flora eine ökologische Durchlässigkeit zu gewähren. Allein für zusätzliche Bauwerke, wie Brücken oder Unterführungen für diverse Tierarten, müssen laut Przesang rund 70 Millionen Euro zusätzlich für das sachsen-anhaltische Straßenstück aufgebracht werden.Dass das Planen so lange dauere, läge an der komplexen Rechtslage, so Daehre. Doch gehe es darum, die Planungen so zu erledigen, dass diese vor Gericht Bestand hätten. Denn der BUND habe ja bereits angekündigt für jedes Teilstück der zukünftigen A14 Klage einzureichen.Für das Teilstück zwischen Wolmirstedt und Colbitz werde laut Daehre noch in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren wieder aufgenommen. 2009 solle Baurecht geschaffen werden. Theoretisch könnte dann mit dem Bau begonnen werden, wenn da nicht die angekündigten Klagen der Naturschützer wären. Also müsse erst abgewartet werden, wie die Gerichte entscheiden, führt der Verkehrsminister weiter aus. Somit bleibt er den Zuhörern einen konkreten Termin schuldig.Dafür betont er, dass Landesregierung und die Mehrheit der Landtagsabgeordneten hinter dem derzeit 810 Millionen Euro teuren Autobahnbau stünden. Selbst in Berlin gäbe es keine Bedenken, trotz enorm gestiegener Kosten, die Daehre selbst "überrascht" hätten. Wohl in 14 Tagen werden die drei Verkehrsminister von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit dem Bundesverkehrsminister über die Finanzierung beraten. Zumindest steht ein Termin. Die in Kürze beantragten EU-Mittel müssen für den Verkehrswegebau bis spätestens 2015 abgerechnet sein. Fest stehe auch, so Daehre, dass es an der geplanten Variante keine Abstriche geben werde. Keine Anschlussstelle soll gestrichen werden, was gestern mit Applaus honoriert wird. Eine eindeutige Absage erteilt der Minister den Forderungen der Gegner nach Varianten, wie dem vierspurigen Ausbau der B189. All diese immer wieder ins Feld geführten Alternativen seien bereits geprüft und keine Lösungen, so Daehre. Erschienen: 16.10.2008: sdl / amz / Seite:2

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare