Dorfgemeinschaft sammelt Unterschriften

Bürger laufen Sturm gegen Funkmast in Höver

 Jutta Dirzus und Jürgen Bahr von der Dorfgemeinschaft mit den Unterschriftenlisten
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Unterschriften gegen einen Mobilfunkmast in Höver: Jutta Dirzus und Jürgen Bahr von der Dorfgemeinschaft.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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In der jüngsten Gemeinderatssitzung platzte die Bombe. Mitten in Höver soll ein Mobilfunkmast errichtet werden (AZ berichtete). Seitdem sind Bürger und Ratsleute aus dem Dorf im Aufruhr. Der Dorfverein sammelt Unterschriften gegen das Vorhaben des Mobilfunkbetreibers Vodafone.

Höver – 110 Bürger haben bereits unterschrieben, 130 sollen es noch werden. Ihre Forderung: Der Standort soll aus dem Dorf auf eines der umliegenden Felder verlegt werden. Die Gemeinde Weste hat inzwischen reagiert: Am Dienstag, 31. August, um 18 Uhr stellt das Planungsbüro das Vorhaben im Dorfgemeinschaftshaus vor.

„Das ist uns allen zu dicht im Dorf“, sagt Jutta Dirzus, deren Wohnzimmer nur wenige Meter von dem geplanten Standort auf dem Grundstück eines Landwirts entfernt ist. Es geht ihr um die Strahlungsbelastung, aber auch die Verschandelung des Ortsbilds. Die Bürger befürchten zudem, dass der 41 Meter hohe Gittermast Blitze anziehen könnte. „Wir lehnen nicht generell einen Funkturm ab, aber dieser muss in gebührlichem Abstand zum Ort stehen“, fasst das Vorstandsmitglied des Dorfvereins die Position der Bewohner zusammen.

Wie kann es sein, dass solch ein hoher Turm an den Ortsansässigen vorbei geplant wird?

Jutta Dirzus, Vorstandsmitglied der Dorfgemeinschaft Höver

Vor allem stört die Bürger, dass es im Vorfeld keine Information gegeben hat. „Die ganze Art, wie das gelaufen ist, macht uns richtig wütend“, betont Jutta Dirzus. „Wie kann es sein, dass solch ein hoher Turm an den Ortsansässigen vorbei geplant wird? Wieso werden wir so spät über das Projekt informiert?“ Eher zufällig habe ein Ratsmitglied aus dem Dorf von dem Vorhaben erfahren. Bürgermeister Achim Ritzer hat in der Ratssitzung erklärt, die Gemeinde sei nicht schriftlich informiert worden. Ihre Zustimmung sei auch nicht notwendig.

Die Bürger pochen dagegen auf eine Mitsprache. Jutta Dirzus verweist auf die Planungen von Windrädern, bei denen die Kommunen und die Anwohner beteiligt würden. In Himbergen etwa habe auch die Gemeinde Einfluss auf die Aufstellung eines Sendemasts genommen.

Die AZ hat auch Vodafone um eine Stellungnahme gebeten. „Rund 1000 Einwohner und Gäste im Landkreis Uelzen werden von dieser Infrastrukturmaßnahme profitieren, indem sie künftig eine bessere Mobilfunk-Versorgung mit Sprache und mobilem Internet vorfinden werden“, teilt Konzernsprecher Volker Petendorf mit. „Die neue Mobilfunkstation ist ein unverzichtbares Element in unserem Gesamtkonzept, um die staatlichen Versorgungsauflagen zu erfüllen.“

Die neue Sendeanlage, die im Dezember 2022 in Betrieb gehen soll, werde Handygespräche in kristallklarer Qualität und Breitbandinternet für unterwegs ermöglichen. Davon profitierten auch mittelständische Betriebe. Gesundheitliche Risiken schließt Petendorf aus: „Mobilfunk ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft eine sichere Sache. Fakt ist: Die gesetzlichen Regelungen für einen sicheren Mobilfunkbetrieb beruhen auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen.“ Beim Standort sieht Vodafone keinen Spielraum. „Mit Blick auf den Versorgungsbereich eignet sich allerdings nur ein Standort, der möglichst viele Bewohner des Ortes versorgt“, betont Petendorf.

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