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Erstaufnahme der Ukrainer: Kommunen im Kreis Uelzen sprechen mit möglichen Vermietern

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Von: Lars Lohmann

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Flüchtlinge aus der Ukraine ziehen ihre Koffer durch eine Absperrung.
Auf der Suche nach einer Erstunterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine konzentrieren sich laut Martin Feller die Bemühungen inzwischen auf die Hansestadt sowie die Samtgemeinden Bevensen-Ebstorf und Aue. © Marcus Brandt / dpa

Die Suche nach einer neuen zentralen Erstunterkunft für ukrainische Flüchtlinge hat noch kein Ende gefunden. Laut Bevensen-Ebstorfs Samtgemeindebürgermeister Martin Feller befinde man sich gerade mit potenziellen Vermietern und möglichen Betreibern in Gesprächen. 

Landkreis Uelzen - Eine Festlegung auf einen Standort habe es noch nicht gegeben. „Wir haben Objekte in Uelzen sowie den Samtgemeinden Aue und Bevensen-Ebstorf in der Auswahl“, erklärt er auf AZ-Nachfrage.

Während die Suche nach einer neuen zentralen Erstunterkunft vonseiten der Kommunen noch läuft, hat Markus Jordan von der Grünen/Linke-Gruppe im Kreistag eine Anfrage an die Kreisverwaltung gerichtet. „Die Lösung der Unterbringungsfrage und der Versorgung Vertriebener ist für alle Ebenen der Kommunalverwaltung eine Herkulesaufgabe“, sagt er. Die Samtgemeinden seien bei den Fragen rund um das Umbauen und die Gewährung von Sozialleistung und Fürsorge auf Stellen der Kreisverwaltung angewiesen. Er wolle wissen, an welchen Stellen es bei der Zusammenarbeit bei der Unterbringung geflüchteter Menschen möglicherweise haken kann. Vor allem geht es aber auch um die ehemalige BGS-Kaserne in Bad Bodenteich. Für die Jordan eine lösungsorientierte Nutzung ohne Verwirklichungen von Maximalforderungen an die bauliche und personelle Ausstattung fordert. Es gehe um eine praktikable Lösung.

Gleichzeitig heißt es in der Anfrage aber auch: „Es mehren sich die Stimmen, die eine schwierige Zusammenarbeit beschreiben und die sinnvolle Unterbringung der Ukrainer und Ukrainerinnen im Winter gefährdet sehen.“

Ein Risiko, dass es keine zentrale Unterbringung geben wird, sieht Feller hingegen nicht. „Ich sehe die Unterbringung überhaupt nicht in Gefahr“, sagt er. Es liege nicht im Interesse der Kommunen, dass es keine zentrale Unterbringung gibt, da dann Hansestadt, Samtgemeinden und Einheitsgemeinde alle eine eigene Lösung organisieren müssten. „Wir wollen eine langfristige Lösung und da bin ich optimistisch, dass wir sie finden werden“, sagt Feller.

Bevensen-Ebstorfs Bürgermeister sieht hingegen ein anderes Problem, das immer akuter wird – die Suche nach geeignetem Wohnraum. „Es gibt immer weniger Angebote und es dauert immer länger, bis eine Wohnung vermittelt ist“, sagt Feller. Es könnte sogar sein, dass die anvisierten 150 Plätze in der Erstunterkunft daher phasenweise nicht ausreichen werden und Kommunen dann kurzfristig zusätzlichen Raum schaffen müssen.

Auch was die Frage der Finanzierung angeht, sieht Feller noch offene Fragen. Zwar haben alle Kommunen die nötigen Gelder in ihren Haushalten bereitgestellt, aber laut Bevensen-Ebstorfs Verwaltungschef ist nach wie vor ungeklärt, in welcher Form und ob sich Bund, Land oder Kreis an der Finanzierung des Ganzen beteiligen werden. Dort erwarte man dringend Lösungen. „Für uns war der Rechtskreiswechsel ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt Feller.

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