Kinderpornografie: Zeuge belastet angeklagten Wriedeler schwer

Mädchen schlief mit im Bett

Prozessauftakt vor dem Landgericht Lüneburg
+
Der 56-jährige Wriedeler soll regelmäßig ein unter Zehnjähriges Mädchen abgeholt haben, das auch bei ihm im Bett schlief.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
    schließen

Am dritten Prozesstag gegen einen Wriedeler wegen des Besitzes von Kinderpornografie vor dem Landgericht Lüneburg hat der Angeklagte gestern ein Teilgeständnis abgelegt. Dass es vielleicht doch nicht beim Anschauen von Fotos und Videos geblieben war, ging aus der Schilderung eines Bekannten hervor.

Ich habe nie realen Kontakt gesucht. Ich habe zwar gechattet, aber in diesen Chats weiß jeder, dass das ein Fake ist.

Angeklagter

Lüneburg/Wriedel – „Bilder habe ich mir angesehen, aber nicht bewusst gespeichert“, sagte der Angeklagte. Versehentlich gespeicherte Dateien habe er gelöscht. „Ich habe nie realen Kontakt gesucht. Ich habe zwar gechattet, aber in diesen Chats weiß jeder, dass das ein Fake ist“, erklärte der Arbeiter. Alles nur Fantasie, lautete die Botschaft. Aufgrund einer Vorhautverengung und von Vorhautkrebs sei er auch gar nicht zu Geschlechtsverkehr in der Lage gewesen, betonte der nach eigenen Angaben mit einem Grad von 25 Prozent Schwerbehinderte in seiner von einem Zettel abgelesenen Erklärung.

Die Neigungen des Angeklagten blieben einem Bekannten nicht verborgen und waren wohl teilweise bereits Dorfgespräch. Beim Kaffeetrinken in einem Supermarkt habe der Mann die Augen nicht von den Kindern der einkaufenden Eltern lassen können. Er habe auch regelmäßig ein unter zehnjähriges Mädchen in einem Dorf bei Salzwedel abgeholt. „Die hat er ab und zu mit zum Bäcker gebracht“, erzählte der Zeuge. Auf Nachfrage habe ihm sein Bekannter dann gesagt, dass es kein eigenes Bett brauche, sondern in seinem Bett schlafe. Sie könne noch viel bei ihm lernen. „Ich habe irgendwas gerochen, dass da was nicht stimmt“, sagte der Zeuge aus.

Einmal sei er zu der Familie bei Salzwedel mitgefahren. Dreckig sei es dort gewesen. „Er hat mit dem Mädel rumgetobt, die sprang auf ihm rum“, berichtete der Zeuge.

Eine behandelnde Psychologin attestierte dem Angeklagten eine depressive Erkrankung. Seine Empathiefähigkeit sei deutlich eingeschränkt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare