Grünkohl-Essen in Römstedt: Hillmer ätzt gegen Rot-Grün / Spediteur Kobernuss wirbt für A 39

„Unrühmlicher Start“ der Regierung

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Jörg Hillmer (rechts) kritisierte beim Grünkohl-Essen in Römstedt die Politik der neuen Landesregierung. Um Unterstützung bei der Bundestagswahl warb Henning Otte.

Römstedt. Es bleibt das bestimmende Thema der Politik: Der Bau der A 39. Beim Grünkohl-Essen in Römstedt, zu dem der CDU-Ortsverband am Freitagabend eingeladen hatte, war es der Spediteur Hubertus Kobernuss aus Uelzen, der die Diskussion um die Trasse ins Rollen brachte.

„Die Schiene ist nicht in der Lage, das Wirtschaftswachstum nach Uelzen zu bringen“, konstatierte der Unternehmer.

Deshalb müsse an den Plänen zur Autobahn 39 festgehalten werden, so Kobernuss. In seiner Haltung bestärkt wurde er vom Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer. Der erklärte: „Wir rechnen mit dem ersten Planfeststellungsbeschluss für einen Teilabschnitt bei Lüneburg schon im Herbst.“ Die jetzige Festlegung im Koalitionsvertrag der neuen rot-grünen Landesregierung bedeute noch keine Einschränkung für die A 39. Die Ausführungen von Kobernuss und Hillmer waren der Startschuss für eine lebhafte Debatte. Es ging um Flächenverbrauch und -ausgleich sowie um den Standort des geplanten Rastplatzes bei Uelzen und vieles mehr, was schon bei anderen Gelegenheiten diskutiert wurde. Gleich zu Beginn der Veranstaltung „fütterte“ Jörg Hillmer nach einer kurzen Nachlese zur Landtagswahl die gut 30 Gäste mit Neuigkeiten zur Regierungsbildung. „Das Land fällt entzwei“, stellte der Landtagsabgeordnete, der nun die Oppositionsbank drücken muss, fest. In den großen Städten hätten sich rot-grüne Mehrheiten gebildet und einige Landkreise im Süden Niedersachsens hätte die CDU verloren. „Der Rest ist schwarz“, sagte Hillmer mit Hinweis auf die Karte zu den Wahlergebissen für Niedersachsen. „Es wird schwer werden, die Bedürfnisse unseres Landkreises Uelzen nach Hannover in den Landtag hinein zu transportieren“, so der Politiker. „Der kommende Wegebau soll um 25 Millionen erleichtert werden“, berichtete Hillmer von einem „unrühmlichen Start“ der Regierung. „Die Straßen können dann nicht mehr gebaut werden oder wir müssen alles selbst bezahlen“, meinte er und kündigt an, eine Liste zu erstellen, „wo uns was wegbricht.“

Im Jahr 2013 gilt: Nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf und so warb der Bundestagsabgeordnete Henning Otte um Unterstützung. „Ich möchte ungern auf die mir liebgewordene Tradition des Grünkohl-Essens in Römstedt verzichten und wünsche mir daher schon ihr Vertrauen bei der nächsten Wahl“, leitete er seinen Bericht aus Berlin ein. Er setze auf die „gute Arbeitsmarktpolitik“ seiner Partei, „weil dies die beste Sozialpolitik ist, die man machen kann“. Deutschland sei gut durch die Krise gekommen, weil an den wesentlichen Schaltstellen die richtigen Entscheidungen getroffen worden seien. Otte nutzte die Gelegenheit, um als Mitglied des Verteidigungsausschusses kurz Stellung zur Sicherheitspolitik zu nehmen, auch die Energiepolitik wurde von ihm angesprochen.

Von Angelika Jansen

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