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Platz für über 150 ukrainische Kriegsflüchtlinge in der alten KGS-Sporthalle

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Von: Lars Becker

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Das DRK hat zusammen mit dem THW die alte Sporthalle der KGS zur Notunterkunft umgebaut - hier der Blick in eines der Zelte, wobei nicht alle Feldbetten auf so engem Raum stehen bleiben sollten.
Das DRK hat zusammen mit dem THW die alte Sporthalle der KGS zur Notunterkunft umgebaut - hier der Blick in eines der Zelte, wobei nicht alle Feldbetten auf so engem Raum stehen bleiben sollten. © Lars Becker

Der DRK-Kreisverband Uelzen und der Ortsverband Uelzen des Technischen Hilfswerk (THW) haben im Auftrag des Landkreises Uelzen die Notunterkunft in der alten Turnhalle der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Bad Bevensen hergerichtet. Dort sollten schon am späten Donnerstagabend oder in der Nacht die ersten 58 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine eintreffen – 27 Kinder und ihre Mütter, nur wenige Männer

Bad Bevensen – Am Donnerstagmittag hat der Landkreis der AZ die kurzfristig geschaffene Infrastruktur vorgestellt. In 20 Zelten finden hier mehr als 150 Personen Platz. „Es ist unsere erste Anlaufstelle für die Zuweisungen, die wir vom Land bekommen werden. Die Halle ist dafür da, dass die Menschen ankommen und vor allem zur Ruhe kommen können. Unser Anspruch ist nicht, sie nach 30 Minuten woanders hinzubringen. Sie bleiben voraussichtlich zwischen einem und drei Tagen und ziehen dann um in andere Wohnungen“, erläuterte Landrat Dr. Heiko Blume.

Sozialdezernentin Stephanie Buntrock ergänzte, dass die Gemeinden dem Landkreis regelmäßig freie Wohnungen melden. Inzwischen seien bereits mehr als 100 Menschen aus der Ukraine im Kreis untergekommen – vornehmlich privat.

24-Stunden-Betreuung durch das DRK

In der KGS-Halle werden die Kriegsflüchtlinge 24 Stunden lang über das DRK betreut und über einen externen Caterer verpflegt. Es stehen Dolmetscher und Sozialpädagogen bereit. Es steht WLAN für den Kontakt in die Heimat zur Verfügung, dazu zwölf Duschen. Und die Kinder können mit gespendeten Rollern und Rutschautos auf einer separaten Außenfläche spielen.

„In kürzester Zeit ist das perfekt gelaufen.“ Das sagt Andreas Schulze, der DRK-Kreisbereitschaftsleiter, beim Blick auf die ersten fünf Zelte und mehr als 100 Feldbetten in der alten Sporthalle der KGS Bad Bevensen. Für die Schule ist der stellvertretende Schulleiter Jens Wieckhorst vor Ort.

„Wir wollten ein positives Zeichen setzen“

KGS-Schulleiterin Michaela Petersen hatte die Halle in einer E-Mail am Montag als mögliche Liegenschaft für die Unterbringung von Kriegsflüchtlingen vorgeschlagen. Schneller als gedacht erfolgte die Umsetzung. „Wir haben die Kapazitäten, das Gelände ist groß genug – wir wollten ein positives Zeichen setzen und sind freudig überrascht, dass wir uns engagieren können“, betonte Wieckhorst.

Stellten die Notunterkunft in Bad Bevensen am Donnerstag exklusiv der AZ vor (von links): Andreas Schulze vom DRK, Sozialdezernentin Stephanie Buntrock und Landrat Dr. Heiko Blume.
Stellten die Notunterkunft in Bad Bevensen am Donnerstag exklusiv der AZ vor (von links): Andreas Schulze vom DRK, Sozialdezernentin Stephanie Buntrock und Landrat Dr. Heiko Blume (zur Vollansicht bitten oben rechts klicken). © Lars Becker

Landrat Blume dankte der KGS dafür, aber auch dem DRK, dem THW und dem IT-Verbund für die gute Zusammenarbeit der letzten Tage. Die fängt nun mit der Ankunft der ersten Ukrainer erst so richtig an. Blume weiß: „Die Kraft aller muss für Monate halten, das wird ein Marathonlauf.“

Ukrainer kommen aus Ankunftszentrum in Laatzen

Alle Ukrainer werden bei ihrer Ankunft zunächst auf Corona getestet – dann können sie endlich etwas zur Ruhe kommen. Erwartet wurden vor allem Mütter mit ihren Kindern, die in einem Bus aus Rumänien nach Deutschland gefahren wurden. Alle weiteren Personen, die dem Landkreis zugewiesen werden, werden aus dem Ankunftszentrum in Laatzen bei Hannover kommen. 4500 Plätze stehen dort zur Verfügung (1735 belegt), der Messebahnhof dort ist das Drehkreuz für Niedersachsen.

Aus den Erfahrungen der Flüchtlingskrise 2015/2016, aber auch aus dem Aufbau der Betreuungsstellen für eine mögliche Evakuierung wegen Bombenfunden in Uelzen können DRK und THW jetzt profitieren.

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