Wochenrevue

Das neue Notruf-Wirrwarr

Es sind Zeiten des Umbruchs für den Landkreis Uelzen. Zeiten, in denen man die Weichen richtig stellen muss, damit nicht ein entscheidendes Stück Selbstständigkeit und damit Identität verloren geht.

Mit der Unterzeichnung des Zukunftsvertrages wurde ohne Frage der entscheidende Schritt in die Zukunft gemacht. Der Landkreis kann nun zum einen schuldenfrei werden und zum anderen bei Fusionen aus einer Position der Stärke aus verhandeln – während etwa der Nachbarlandkreis Lüchow-Dannenberg noch dabei ist, sich allmählich den finanziellen Bankrott einzugestehen.

Auch der Verbund mit den Feuerwehr- und Rettungsdienst-Leitstellen Celle, Gifhorn und Lüchow-Dannenberg ist so ein Versuch, Eigenständigkeit zu bewahren – sprich, zu verhindern, dass die Uelzener Einsatzleitstelle an eine Großleitstelle etwa in Lüneburg angegliedert wird und die Notrufe dann dort auflaufen. So ist es ja bereits bei der Polizei: Wer heute in Uelzen die 110 wählt, wird mit Lüneburg verbunden – von dort wird dann die Uelzener Wache verständigt.

Wer nun zukünftig die 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst anruft, weiß überhaupt nicht mehr, wo er landet. Sein Notruf kann in Uelzen entgegengenommen werden, je nach Arbeitsaufkommen aber auch in Celle, Gifhorn oder Lüchow. In Zeiten moderner Technik ist das kein Problem – das Argument des ortskundigen Mitarbeiters am Notruftelefon wird aber letztlich ausgehebelt. Drei auswärtige Städte beim Notruf 112, eine weitere bei 110 – eine solche Regelung kann der Sache nicht dienlich sein. Und die muss eigentlich heißen: Schnelle Hilfe, bei der Alarmierung darf keine Zeit vergehen.

Von den 15 Mitarbeitern in der Leitstelle sollen letztlich vier eingespart werden, dafür sitzt nachts nur noch einer allein am Pult – so gut die Lösung Zukunftsvertrag war, so schlecht ist die der Verbund-Leitstelle.

Von Thomas Mitzlaff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare