Die Wochenrevue von Andreas Becker

In Uelzen spielt die Musik . . .

Nein! Nicht Rotenburg, nicht Verden, nicht Nienburg, nicht Lingen, nicht Stade und auch nicht Northeim. Nein! Und nochmals Nein! Der Start der deutschlandweiten Tour von Superstar Herbert Grönemeyer geht im Mai des kommenden Jahres in Uelzen über die Bühne.

Die oben genannten niedersächsischen Städte mögen alle klein und schnuckelig sein, sie bleiben aber Grönemeyer frei. Dagegen wird die Uhlenköperstadt im Wonnemonat flugs zum „Herbie-Land“ umbenannt.

Ein wenig ungläubig schauten die AZ-Leser am Donnerstag dieser Woche auf die Titelseite ihrer örtlichen Tageszeitung. Mancher rieb sich verwundert die Augen, wollte die Exklusivgeschichte, dass der erfolgreichste Musikkünstler im deutschsprachigen Raum ausgerechnet in Uelzen zum Mikro greift und stundenlang die Bühne rockt, nicht wahrhaben. Doch, doch, Augen und Wahrnehmung funktionieren bestens. Alles ist gut. Auch und gerade für Stadt und Landkreis Uelzen. Das Gastspiel Grönemeyers tut nicht nur den eingefleischten Fans gut, auch Seele und Ego der heimischen Bürger werden gestreichelt. Das kann nie schaden. Genauso wie die Etablierung Uelzens als überregional geachteter Open-Air-Standort. Das nennen Marketingexperten Imagegewinn. Ganz abgesehen von den wirtschaftlichen Aussichten. 35 000 Besucher lassen nicht nur Eintrittsgelder fließen, auch in den Tagen vor und nach dem Konzert dürfte der ein oder andere Euro im Landkreis bleiben.

Der erste Hype um Grönemeyers-Auftritt führt sogar so weit, dass die Geschäftsstelle des Medienhauses C. Beckers erstmals seit langer Zeit am heutigen Sonnabend in der Zeit von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet ist. Schließlich sollen die Ticketwünsche – ob bei Jung oder Alt, weiblich oder männlich – befriedigt werden.

Dass es bei der sich ausbreitenden Euphorie auch die ewigen Nörgler, Skeptiker und Besserwisser gibt, die sich zu Wort melden und den Bedenkenträger geben, gehört dazu wie das morgendliche Zähneputzen. Interessant zu beobachten, ob jene Spezies just am Tag des Konzertes vielleicht doch in der ersten Reihe steht, um Herbie besonders enthusiastisch zuzujubeln. Wie sagte schon der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern?“ Nichts für ungut: Die 42. Kalenderwoche im Jahr 2011 war für Stadt und Landkreis Uelzen eine gute. Sogar eine sehr gute.

andreas.becker@az-online.de

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