„Uelzen kann noch mehr

Die Meinungen gehen auseinander: Wohin führt der Weg des Hafens?Archivfoto: Mahler

Von Sabine PeterUelzen. "Das war nur ein Stück vom großen Kuchen", so bezeichnet Bürgermeister Otto Lukat den Vortrag des Gutachters Panajotis Babakoudis während der Verkehrskonferenz am Mittwoch. Nach Ansichts Lukats habe sich der Mitarbeiter der Hamburger Unternehmensberatung Uniconsult nur auf den regionalen status quo bezogen. Lukat: "Die Arbeiten des Gutachters sind noch nicht beendet, das auf der Konferenz war nur ein Stück Werkstatt-Bericht."

Laut dem Gutachter sind die Voraussetzungen für ein Güterverkehrszentrum im Uelzener Hafen nicht gegeben. Vorteilhafter wäre ein Inland-Terminal in der Kreisstadt (die AZ berichtete). Allerdings gebe es dabei viel Konkurrenz. Möglich wäre solch eine Anlage nur, wenn die Stadt Partner und Spediteure einbindet. Derzeit findet laut Babakoudis im Hafen ein Massengutumschlag statt. Die vorhandenen Kapazitäten seien dabei zur Hälfte ausgelastet.

Um den Umschlag zu intensivieren, müssten Neukunden her sowie eine Einbindung in die A39 und die Verlagerung der Güter auf Schiff und Bahn, hieß es. Babakoudis: "Ein Inland-Terminal ist nur sinnvoll, wenn auch Partner da sind."

Bernd Schmidt, Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr betonte, dass man aus Hamburg mehr Kooperation erwarte. Außerdem sollte überlegt werden, wo im Inland Terminals sinnvoll sind, um den Hamburger Hafen zu entlasten. Denn die Binnenhäfen nehmen in den nächsten Jahrzehnten an Bedeutung zu, war man sich bei der Podiumsdiskussion einig.

Lukat sieht in Uelzen die Möglichkeit eines Hinterlandterminals, der Güter aus dem Hamburger Hafen aufnimmt oder als Bahnknotenpunkt Waren auf verschiedene Verkehrsmittel verteilt. Daneben könnte Uelzen auch die Position eines Massengut-Terminals erlangen. Denn der Transport von Dünger, Baustoffen, und landwirtschaftlichen Produkten im Uelzener Hafen mag sich laut des Bürgermeisters noch erhöhen.

Der Bürgermeister betonte zudem, dass die Uelzener Hafengesellschaft intensiv um neue Kunden wirbt, so wie es der Gutachter vorschreibt. "Wir wurden unter Wert gepunktet", findet der Rathauschef. Das Thema Hafen soll demnächst in den Gremien der Stadt behandelt werden.

Eckehard Niemann, Sprecher der A39-Gegener findet hingegen, dass Uelzen, Lüneburg und Wittingen den Ausbau der Autobahn rechtfertigen, in dem sie auf ihre Häfen aufmerksam machen. "Uelzen sollte sich davon trennen und sich auf die wirklichen Stärken besinnen."

Erschienen: 06.03.2009: AZ / TZ / Seite:3

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