"Meine Woche in..."

Trauernde Kinder

In der ersten Sitzungswoche des Bundestags nach der Sommerpause werde ich zum ersten Mal als Vorsitzende die Sitzung der Kinderkommission des Bundestages leiten.

Anders als bei üblichen Bundestagsdebatten dürfen in diesem fraktionsübergreifenden Gremium, in das jede Fraktion ein Mitglied entsendet, nur einstimmige Beschlüsse gefasst werden. Das finde ich gut, denn unser gemeinsames Ziel ist, Kinder in unserem Land stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Bei allen politischen Entscheidungen müssen die Folgen für Kinder bedacht werden. Nachdem in den letzten Jahren der Schwerpunkt der Politik beim Ausbau der Kinderbetreuung für die Kleinsten lag, werde ich ältere Kinder vorrangig in den Blick nehmen: Was kann die Politik tun, um Jugendliche vom Computer weg zu locken, zum Beispiel auf Bolzplätze oder auch mal ins Theater oder Museum? Ein anderes Schwerpunktthema wird Trauer sein:

Ein Kind fühlt sich allein gelassen, wenn ein Elternteil geht. Oder wenn der Großvater oder die Schwester stirbt. Kinder trauern häufig auch, wenn sie sich in neuen Patchwork-Familien zurecht finden müssen. Eltern verdrängen häufig die Verlustängste ihrer Kinder. Hier müssen wir aufklären und Kindern helfen. Es gibt bislang wenig Fakten über heutige Familienstrukturen und Probleme im Zusammenhang mit Trennungen. Auch wenn heute jede zweite Ehe geschieden wird, dürfen wir nicht ignorieren, dass eine Trennung der Eltern Kindern weh tut.

Auch das Problem der erzwungenen Trennung von Großeltern werde ich mit Sachverständigen diskutieren. Kinder haben ein Recht auf ihre Großeltern. Verletzte Gefühle von Eltern dürfen kein Grund sein, den Kontakt zu verbieten.

Von Nicole Bracht-Bendt

Nicole Bracht-Bendt ist Bundestagsabgeordnete für die FDP.

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