Tierschutzverein Uelzen sucht Hinweise, wer den Pekinesen-Mischling vernachlässigt und ausgesetzt hat

Tierquälerei: Verwahrlost, unterernährt, ausgesetzt – Süße Maus mit schwerem Schicksal

Shih-Tzu-Pekinesen-Mischung Finchen im Tierheim Uelzen
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Hündin Finchen genießt die Zuwendung, die sie jetzt bekommt. Die Shih-Tzu-Pekinesen-Mischung wurde schwer vernachlässigt und schließlich bei Ebstorf ausgesetzt.
  • Gerhard Sternitzke
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Shih-Tzu-Pekinesen-Mischung Finchen wurdeam 18. April verwahrlost, unterernährt und dehydriert bei Ebstorf ausgesetzt. Der Tierschutzverein Uelzen sucht Zeugen.

VON GERHARD STERNITZKE

Uelzen/Ebstorf – Finchen fühlt sich sichtlich wohl. Die Shih-Tzu-Pekinesen-Mischung mit dem süßen Gesicht genießt es, auf den Arm genommen und gestreichelt zu werden. Mitarbeiter des Uelzener Tierheims haben ihr den Namen gegeben, weil sie so klitzeklein ist, wie der Schatzmeister des Tierschutzvereins Sven Frels sagt. „Ich finde, das passt. Sie ist eine ganz süße Maus.“ Kaum vorstellbar, dass der frühere Besitzer das Tier offenbar über längere Zeit schwer vernachlässigt und schließlich zwischen Ebstorf und Oetzendorf ausgesetzt hat.

Sven Frels, Schatzmeister des Uelzener Tierheims, sagt zum Fundhund Finchen: „„Sie ist komplett verwahrlost, verfilzt bis auf die Haut, die Krallen so lang, dass sie teilweise schon in die Ballen reingewachsen sind.“

„Sie ist komplett verwahrlost, verfilzt bis auf die Haut, die Krallen so lang, dass sie teilweise schon in die Ballen reingewachsen sind“, schildert Frels immer noch erschüttert den Zustand des am 18. April aufgefundenen Tiers. Seine Augen waren entzündet. Im Mund hat es nur noch wenige vereiterte Zähne. Bei einer Operation ist offenbar ein Teil eines Kiefers entfernt worden. Als die Polizei das unterernährte und dehydrierte Fundtier brachte, konnte es überhaupt nicht mehr laufen.

Schmerzmittel als Sofortmaßnahme

„Sie hat als Sofortmaßnahme ein Schmerzmittel bekommen. Eine Bandscheibe ist eingeklemmt“, berichtet Frels. Außerdem bekam das dehydrierte Tier Spritzen mit Kochsalzlösung unter die Haut. Damit sie die Nahrung zu sich nehmen kann, wird das Nassfutter mit Wasser vermengt. Erste Fellplacken haben die Tierheimmitarbeiter herausgeschnitten. Die vereiterten Zähne müssen vermutlich gezogen werden. Derzeit ist Finchen bei einer Lüneburgerin untergebracht, die Erfahrung in der Pflege verwahrloster Fundtiere hat.

Zuwendung und Pflege – das ist offenbar eine komplett neue Erfahrung für die Hündin. Für Tierschützer Frels ist aufgrund des Zustands offensichtlich, dass sie schon bereits längere Zeit, wahrscheinlich länger als ein Jahr, vernachlässigt wurde. Der Fundort an der Landstraße, an dem das hilflose Tier leicht hätte überfahren werden können, spricht dafür, dass es absichtlich ausgesetzt wurde. „Das passiert häufig, wenn Hunde teuer werden oder nicht mehr dicht sind“, weiß Frels.

 „Wir werden alles tun, um sie zu retten.

Sven Frels, Schatzmeister des Tierschutzvereins Uelzen

„Das ist kein Kavaliersdelikt“, betont der Kassenwart. Nach Paragraf 3.3 Tierschutzgesetz ist es verboten, „ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen.“ Ein Bußgeld von bis zu 25 000 Euro droht. Der Tierschutzverein sucht jetzt Zeugen oder Tierärzte, die Angaben zu Finchen machen können.

Und was wird aus Finchen? Der Mischling ist erst zehn Jahre alt. Pekinesen erreichen ein durchschnittliches Alter von 16 Jahren. Die eingeklemmte Bandscheibe lässt sich durch eine Bewegungsbehandlung lösen, betont Frels. „Wir werden alles tun, um sie zu retten.“

• Kontakt: (05 81) 1 51 70, tierschutzverein-uelzen@ web.de. oder Veterinäramt.

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