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Uelzens Tierärzte: Ab November tritt eine neue Gebührenordnung in Kraft

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Von: Theresa Brand

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Tierarzt untersucht eine Katze
Der Gang zum Tierarzt wird ab Oktober erheblich teurer. Das gilt für einfache Untersuchungen bis hin zu Operationen. Tierhaltern wird empfohlen, eine Versicherung abzuschließen. © Agenturen

Alles wird teurer – auch der Gang zum Tierarzt kostet die Tierhalter bald erheblich mehr als bislang. Grund dafür ist eine Aktualisierung der Gebührenordnung. Die Preise könnten bis zu 25 Prozent steigen, heißt es auf Nachfrage.

Uelzen / Landkreis – Nicht nur die Preise für Gas, Öl und Lebensmittel klettern zur Zeit in die Höhe, auch der Gang zum Tierarzt wird ab 22. November erheblich teurer. Grund dafür ist eine Aktualisierung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT).

„Tierhalter können im Durchschnitt mit einer Erhöhung von etwa 20 bis 25 Prozent rechnen“, erklärt Dr. Karl-Heinz Salzbrunn, Vorsitzender der Tierärztekammer, Kreisstelle Uelzen. Der Hauptgrund für die Aktualisierung sei, dass die Sätze zuletzt im Jahr 1999 angepasst wurden. Seitdem gab es lediglich kleine, pauschale Preiserhöhungen.

Doch in der Tiermedizin ist seitdem viel passiert: „In der alten Gebührenordnung sind viele Leistungen, die heute häufig gemacht werden, überhaupt nicht enthalten“, so Salzbrunn, der selbst als praktizierender Tierarzt gearbeitet hat. Dazu zählten beispielsweise diagnostische Methoden wie die Kernspin- oder Computertomografie. Bislang könnten Tierärzte, die eine solche Untersuchung durchführen, die Kosten dafür nur durch den Vergleich mit ähnlich aufwendigen Leistungen ermitteln. „Durch die neue Gebührenordnung sind nun sowohl die Tierärzte als auch die Besitzer rechtlich abgesichert“, erklärt Salzbrunn. Zudem seien die medizinischen Geräte nicht nur moderner, sondern auch teurer geworden.

Als weiteren Grund nennt der Tierarzt die insgesamt gestiegenen Praxiskosten – Medikamente, Miete und die Gehälter der Angestellten seien nur einige der Punkte. „Die Überarbeitung der Gebührenordnung ist dringend überfällig“, betont er. Denn die Zahl der Tierarztpraxen werde immer kleiner, da immer weniger Tierärzte in der freien Praxis arbeiten wollen. „Ein Tierarzt studiert mindestens zehn Semester und hat trotzdem ein sehr niedriges Einstiegsgehalt“, erklärt Salzbrunn. Durch die neuen Sätze werde dieser Missstand behoben.

Tierschützer befürchten nun, dass viele Tierhalter es sich künftig lieber zwei Mal überlegen, bevor sie zum Tierarzt gehen. Auch Fundtiere könnten möglicherweise seltener zum Tierarzt gebracht werden, da die Kosten für eine Behandlung selbst gezahlt werden müssen. Doch Salzbrunn hält diese Befürchtungen für unrealistisch. „Ich kann nur jedem empfehlen, eine Versicherung für sein Haustier abzuschließen“, erklärt er. In anderen Ländern sei dies schon lange gängige Praxis. Er rät Tierhaltern, sich vor Ort beraten zu lassen: „Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Einige Versicherungstarife decken OP-Kosten ab, andere bezahlen Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen“. Landwirte könnten zum Beispiel Betreuungsverträge für ihr Vieh abschließen. Generell rät er aber immer dazu, sich vor dem Kauf eines Haustiers intensiv über die Bedürfnisse, den Platz- und den Zeitaufwand Gedanken zu machen und auch die anfallenden Kosten dabei nicht aus den Augen zu verlieren.

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