Tiefensee muss noch unterschreiben

az Salzwedel. Die Trasse ist festgelegt, der Bundes-Verkehrsminister muss noch unterschreiben, dann kann gebaut werden. Die Planungen für die ersten beiden Abschnitte der B 190n – vom späteren A14-Anschluss bis Leppin – werden in Kürze in Angriff genommen.

Während im Westen A39-Gegner gegen die Trassenführung beziehungsweise die gesamte Autobahn Sturm laufen, herrscht im Osten in Sachen A 14 Ruhe. Das so genannte Hosenträger-Projekt, die B190 n, die beide Autobahnen verbinden soll und quer durch die nördliche Altmark verläuft, liegt unterschriftsreif vor. "Für die B 190n, die im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen mit einer Gesamtlänge von 93,6 Kilometern und einem Kostenvolumen von 266,2 Millionen Euro €ausgewiesen ist, wurde innerhalb von sechs Monaten, beginnend am 2. Juli 2007, das Raumordnungsverfahren zur landesplanerischen Abstimmung durchgeführt", kommentierte Harald Kreibich. Der Pressesprecher des sachsen-anhaltinischen Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr erinnerte daran, dass das Verfahren am 28. Dezember vergangenen Jahres mit der Bestätigung der Vorzugslösung der Straßenbauverwaltung durch die Landesplanerische Beurteilung abgeschlossen wurde. Die seitdem feststehende Linienführung der Trasse ist den Karten zu entnehmen, die das Verkehrsministerium erarbeitet hat. Die abschließende Bestimmung der Linienführung der B190n in Sachsen-Anhalt allerding liegt laut Bundesfernstraßengesetz beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Wolfgang Tiefensee. "Der Antrag wurde gestellt", sagte Pressesprecher Kreibich gegenüber der Altmark-Zeitung. Es fehlt noch die ministerielle Unterschrift. Das Bearbeiten der straßenbautechnischen Entwurfsunterlagen erfolgt in Teilabschnitten, die sich nach den Verkehrsströmen richten. Die ersten beiden Planungsabschnitte werden den dreistreifigen Ausbau der B 190n von der Anschlussstelle Seehausen – des geplanten Lückenschlusses der A 14 – bis westlich Leppin (einschließlich einer Ortsumgehung für Leppin) beinhalten (siehe unterer Text). "Mit diesen Planungen wird in Kürze begonnen werden", so Kreibich weiter. Zum möglichen Baubeginn wollte sich der Pressesprecher des Landes-Verkehrsministeriums auf Grund des frühen Planungsstadiums noch nicht festlegen. Offen sind auch noch die Anschlüsse der an der B190n liegenden Orte. Klar ist, dass die neue Bundesstraße zugleich eine Südumfahrung der Kreisstadt Salzwedel ist. Ein Anschluss ist von einem ebenfalls noch zu bauenden Kreisel auf der B71 bei Chüttlitz vorgesehen. Die ersten beiden Planungsabschnitte werden den dreistreifigen Ausbau der B 190n von der Anschlussstelle Seehausen des geplanten Lückenschlusses der A 14 bis westlich Leppin beinhalten. Der Ort wird auch eine Umgehung erhalten. Diese soll von Seehausen kommend links vorbei führen. Die neue Straße entsteht damit zwischen Leppin, Höwisch und Neulingen. Die Planungen beginnen in Kürze. Der genaue Baubeginn steht allerdings noch nicht fest.Weiter geht es dann von Leppin nach Arendsee. In diesem Bereich wird die vorhandene Bundesstraße und Umgehung ausgebaut. Interessant bleibt die Frage, welche Aus- und Auffahrten für den Luftkurort angedacht sind. Das ursprüngliche Ziel, dafür nur die Kreuzung am Seeadler zu nutzen, stieß in Arendsee auf heftige Kritik. Damit müssten Kraftfahrer, die zum Kurgebiet oder dem Wendland wollen, erst durch die Innenstadt fahren um ihr Ziel zu erreichen. Die Konsequenz: Arendsee hätte keine vollständige Ortsumgehung mehr.Ein neuer Trassenteil entsteht nahe Kläden. Schon als das Vorhaben bekannt wurde, hagelte es Kritik seitens des Gemeinderates und auch der Bürger. Bürgermeister Christian Streiter machte den Menschen Mut, mittels Eingaben das Vorhaben in Frage zu stellen. Größtes Problem: Die Trennung der Hauptgemeinde Kläden vom Ortsteil Kraatz. Brandschutztechnische Fragen wurden aufgeworfen, da die Feuerwehr in Kläden stationiert ist. Aber auch die Querung der Feldwege nach Kerkuhn und Thielbeer und das damit verbundene Zerschneiden landwirtschaftlicher Nutzflächen sei ein Problem. SPD-Bundestagsabgeordneter Marko Mühlstein versprach, die Klädener zu unterstützen. Der Vorschlag der Bürger, die Trasse entlang der alten Bahnlinie zu führen, findet gemäß der vorliegenden Planungen keine Berücksichtigung. In Kläden hatte namentlich Marco Wolf vom Hotel Wolfsschlucht Bedenken zum Fortbestand seines Unternehmens geäußert. Doch die Hinweise, die zigfach nach Halle geschickt wurden, scheinen nicht beachtet zu werden. Erschienen: 07.08.2008: saw / az / Seite:2

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