Thekla...

. . . hatte es sich bei den Uhlenköpers bequem gemacht. Genauer gesagt: vor dem Esszimmerfenster.

Dort hatte die Kreuzspinne ihr imposantes Netz quer vor die Glasfläche gespannt, so dass unser Mann Augenzeuge zahlreicher tierischer Morde wurde – wenn ahnungslose Mücken und Fliegen nämlich, angezogen vom Licht der Stubenlampe auf dem Fensterbrett im Innern, in den feinen Spinnfäden hängen blieben und Thekla (so haben die Uhlenköpers sie getauft) ratzfatz aus ihrer Ecke zu den Opfern rannte, sie einsponn und an den Rand des Netzes schleppte. Dieses Schauspiel hat die Uhlenköpers so fasziniert, dass sie ein ums andere Mal das Entfernen des Spinnennetzes (was sollen auch die Leute denken?!) verschoben. War Thekla anfangs ein noch recht zartes Spinnlein, entwickelte sie sich im Laufe der Wochen zu einem eindrucksvollen kugelrunden Tierchen, dessen kreuzförmige Rückenzeichnung deutlich zu erkennen und wunderschön war. Kein Wunder, bei den Fliegen- und Mückenrationen, die sie sich tagtäglich einverleibte! Doch seit ein paar Tagen ist Thekla verschwunden. Er hat es bemerkt, weil niemand mehr die hängengebliebenen Flügeltierchen eingesammelt und verputzt hat und das Netz eingerissen und gar nicht mehr imposant ist. Wird er es nun wohl doch endgültig entfernen, das nunmehr unbewohnte Spinnennetz, das ihm eindrucksvolle Einblicke in die Welt der Tiere ermöglicht hat, der.

Kommentare