Taschengeld

„Taschengeld“, wat is denn dat vör een Geld? Wat nützt dat Geld in de Tasch to steeken? Je leewe Lüüd und nu, hüt is alles anners. Kiekst du mal in’t Internet, denn warst du dik wundern. Dor staht mehrere Tabellen in, woveel man sien Kinner gäben sall. In Bürgerlichen Gestzbook giwt dat eenen Paragraphen 110, dan „Taschengeld-Paragaphen“. Door ward wat in regelt öwer de Geschäftstätigkeit, wenn Jugentliche wat kööpt doht. Verdonnern kann man de Öllern aber nich Taschengeld to betaalen.

Nu is dat je so, de Kinner könnt alle mit dat Internet, mit ehre Komputers, ümgahn und könnt sick de beste Tabelle öwert Taschengeld rutsöken. In een Tabelle steiht in: „Jugentliche ünner söß Johr sall man pro Woch 0.50 Euro gäben, 6-7 Johr old, 2,00 Euro und 8-9 Johr old, 2,50 Euro.“

Aff 10 Johr möt se sik dat denn indeelen, denn giwt dat monatlich Geld. Ton Beispiel,11 Johr 15,00 Euro, oder 13 Johr 20,00 Euro, 15 Johr, 25,00 Euro, 17 Johr 41,00 Euro usw. Natürlich is dat good wenn man de Kinner eene bestimmte Summe giwt, dormit se sik dat indeelen könnt.

Wie wär dat to mien Tieden? Dat Wort Taschengeld hebbt wie nich kennt. Aff und an kreegen wie, wenn Besöök kööm, von de Tanten mal, wie wie seggen dän, „eenen blanken Daler“. Dat wär’n den 50 Penn, oder een Gröschen, kööm ok vör, dat dat een Mark wär.

Verdeenen können wie je nix. Nameddags mössen wie de Keuh höh’n. Mettwostbrot und een Buddel Himbeersaft gäw dat denn mit.

In de Bickbeerstied aber hebbt wie Bickbeern plückt. Denn gäw dat Geld. Bet’n Geld för Schöckersaaken, also Boltschen, Brause oder mal een Iis to kööpen. De Rest kööm up’t Spoorbook.

Wenn denn in Harwst de Eckeln von de Eekböhm fallen dän, oder de Kastanjen ünner Boom lägen, lööpen all de Kinner mit een Korf oder Bleckdos in de Hand, eenen Sack öwern Puckel, dörch dat dat Döörp. Dat Geld brök man unbedingt, denn in Oktober wär je öwerall Johrmarkt.

Karussell föhrn, Luftschaukel, Leebkooken, Lutschstangen kööpen. Dat duur gornich lang und schon wär man sien Geld los.

De Tieden sind nu lang all heer. De Welt het sick verändert. Domals könn man noch 4 Brötchen oder een Hering vör 10 Penn, also vör enen Gröschen kööpen, Tüt vull Boltschen kreeg man ok vörn Gröschen. Bi de hütigen Priese kann man verstahn, dat et richtig is Taschengeld to kriegen.

Nülichst hett mal een Jung, de blank wär, keen Geld mehr har, sienen Vader fragt: „Papa, kann ik mal een bet’n Taschengeld kriegen, ick heff nix mehr?“

Do meen de Vaader: „Ik heff dik doch letzte Woch eerst wat gäben, deel dik dat man beeder in.“

„Du“, meen do de Jung; „und wenn ik dik segg, wat de Breefdräger, uns Postbote, morgens öfters, wenn du nich door bist, to Mama seggt, giwst du mik denn Geld?“

Do sä de Vader:„Kumm her, hier hest du 10 Euro und nu vertell mik dat , wat he to Mama seggt.“ De Jung nöhm dat Geld und antwort: „He seggt ümmer ,guten Morgen Frau Meier, hier ist die Post!‘“

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über Land und Leute der hiesigen Region. Die AZ-Kolumne „Dütt un Datt up Platt“ finden Sie auch im Internet unter az- online.de/lokales/kolumnen.

Von Carl Friedrich Bautsch

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