Etwa 40 Kunden nutzen das Angebot / Gibt es bald eine Zweigstelle?

Bevenser Tafel öffnet jetzt häufiger

Tafel-Außenstelle Bad Bevensen, ehrenamtliche Helfer, Kisten Lebensmitteln
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Volle Kisten mit Gemüse und weiteren Lebensmitteln in der Tafel-Außenstelle Bad Bevensen. Leiterin Birgitt Sörnsen (von links) mit den freiwilligen Helfern Elisabeth Berlich, Hartmut Harneit und Doris Wendland
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40 Kunden nutzen regelmäßig das Lebensmittelangebot der Tafel in Bad Bevensen. Die Ehrenamtlichen bieten deshalb einen zweiten Ausgabetermin im Monat an.

VON GERHARD STERNITZKE

Bad Bevensen – Wenn auch sonst das Leben in vielen Bereichen stillsteht – die Parkplätze der Supermärkte sind voll. Gegessen wird immer, sagt man. Aber es gibt Menschen, für die der wöchentliche Einkauf eine Herausforderung ist, weil das Geld nicht reicht. Für sie gibt es die Tafel im Bevenser AWO-Treff als Außenstelle der Uelzer Tafel. Weil zunehmend mehr Kunden die monatlichen Termine am Krummen Arm 15 nutzen, werden ab März zwei Ausgaben im Monat angeboten. Nächste Ausgabe ist am Sonnabend.

Immer mehr Menschen trauen sich, zu uns zu kommen.

Birgit Sörnsen, Leiterin der Tafel-Außenstelle

„Immer mehr Menschen trauen sich, zu uns zu kommen“, berichtet Birgitt Sörnsen, Vorsitzende des AWO-Ortsvereins und Leiterin der Tafel-Außenstelle. „Der Bedarf ist groß. Wir haben daher beschlossen, das Angebot zu erweitern.“ Inzwischen nutzen etwa vierzig Menschen regelmäßig das Angebot – Tendenz steigend. Vor allem junge Familien und Berechtigte bis 40 kommen in den AWO-Treff. Eine Bescheinigung vom Jobcenter oder der Rentenkasse reicht aus.

Die von Supermärkten und anderen Betrieben gespendeten Lebensmittel liefert die Uelzer Tafel. Es gibt aber auch eine Familie, die einen Tag vor der Ausgabe für die Tafel einkauft. Wegen der Infektionslage werden die vorgepackten Tüten von den ehrenamtlichen Helfern an der Tür herausgegeben. Je nach Bedarf gibt es dazu Obst, Gemüse, Eier und Joghurt. Ein Bäcker liefert Brot. Auch Masken sind im Angebot. Bedarf besteht auch für Reinigungsmittel und Kaffee. „Besonders begehrt sind Chips und Süßigkeiten“, erzählt Birgitt Sörnsen. „Das sind die kleinen Extras, auf die man verzichtet, wenn das Geld knapp ist. Menschen, die genug haben, machen sich häufig keine Vorstellungen davon.“

Birgitt Sörnsen, Leiterin der Tafel-Außenstelle Bevensen, Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Bevensen

Die Helfer schon. Mittlerweile 30 Freiwillige wirken bei der Tafel-Außenstelle in dem Kurort mit, immer drei pro Ausgabetermin. Sie tragen bei ihrem Einsatz FFP2-Masken. „Und überall steht Desinfektionsspray“, betont Birgitt Sörnsen. Dass sich die Nutzer selbst ihre Lebensmittel im AWO-Treff zusammenstellen, ist wegen der Corona-Bestimmungen derzeit nicht möglich, deshalb die vorgepackten Tüten. In Einzelfällen bringen die Ehrenamtlichen die Lebensmittel zu Empfängern, die nicht in der Lage sind, das Haus zu verlassen.

Suche nach einem zweiten Standort in Bad Bevensen

Mit dem zusätzlichen Termin hofft die Leiterin, weitere Menschen ansprechen zu können. „Es sind vor allem die älteren Frauen, die zu den Geringverdienern gehörten und nur eine kleine Rente bekommen“, erklärt Birgitt Sörnsen. Manchmal liegen sie gerade knapp über dem Satz der Grundsicherung. Wenn dann noch die Kosten für die Miete und Heizung steigen, wird es eng. „Das steht dir doch zu“, sagt sie zu Betroffenen. „Und dann kommen sie doch nicht, wahrscheinlich aus Scham.“ „Ach nee, das sollen die anderen nehmen. Ich komme zurecht“, bekommt sie manchmal zu hören.

Birgitt Sörnsen sieht auch das Problem, dass der Weg für manchen Empfänger vom östlichen Stadtrand mit vollen Taschen weit und beschwerlich ist. Deshalb denkt sie schon über den nächsten Schritt nach: eine Tafel-Zweigstelle im Osten der Stadt. „Wenn jemand Räumlichkeiten zur Verfügung stellen würde, wäre das toll.“

Die nächsten Termine, jeweils sonnabends ab 13 Uhr: 20. Februar, 6. und 20. März, 3. und 17. April.

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