Zwei Plätze für ein Kind

Wann und wieviel Krippenplätze mal in Gerdau entstehen werden, ist auch nach der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde noch unkar.

Gerdau - Von Jörn Nolting. Als der kirchliche Kindergarten Gerdau vor einigen Jahren einige freie Plätze hatte, war seitens der Gemeinde Gerdau die Aufnahme auswärtiger Kinder aus Böddenstedt, Hansen und Klein Süstedt kein Problem. Durch Aufnahme behinderter Kinder mussten zusätzlich einige weitere Plätze aufgrund der aufwändigeren Betreuung unbesetzt bleiben. Deshalb sind heute nahezu alle Plätze in Gerdau belegt. Weil nun aber auch noch die Krippenkinder aufgenommen werden sollen, reichen die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten insgesamt dafür nicht mehr aus.

Der Bauausschuss der Gemeinde Gerdau befasste sich während seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema Krippenplätze. Bürgermeister und Gemeindedirektor Otto Schröder ist der Meinung, dass nicht die Gemeinde, sondern die Samtgemeinde am Zuge sei. „Wir sind bereit, Kinder von überall unterzubringen“, sagte er besonders an die zahlreichen Zuhörer gerichtet.

Das Problem ist wie so oft finanzieller Art. Die Gerdauer Gemeinde ist nur bereit, Kinder aus anderen Gemeinden aufzunehmen, wenn sich die Kommunen – die Gemeinde Gerdau und die Stadt Uelzen – an den Kosten beteiligen. „Wir wollen nicht verhindern, dass Kinder aus Böddenstedt, Hansen oder Klein Süstedt bei uns betreut werden“, versprach Schröder. Gerade einige Eltern aus diesen Orten machen sich Sorgen, dass Kinder künftig nicht mehr den Gerdauer Kindergarten besuchen können.

Wilhelm Schröder, Fraktionsvorsitzender der Suderburger Samtgemeinde-CDU, meldete sich aus dem Publikum zu Wort: „Der Bedarf an Krippenplätzen wird nach den politischen Gemeinden berechnet.“ Das bedeutet: Auch wenn die Böddenstedter, Klein Süstedter und Hansener Kinder zur Kirchengemeinde Gerdau gehören, werden sie in den Berechnungen zur Krippenplatzvergabe nach Suderburg und zur Stadt Uelzen gerechnet.

„Sie müssen ihre Gemeinden dazu bringen, Kinder nach Gerdau bringen zu können“, sagte Otto Schröder, „wir sind offen gegenüber allen Lösungen, aber es muss finanzierbar und rechtlich möglich sein.“

Die Planungen für eine neue Krippe berufen sich demnach auf den Bedarf in der politischen Einheit. „Nachher bauen wir hier einen zweiten Platz für die Kinder aus den drei Orten“, sagte Burkhard Krüger (CDU). Denn auch Uelzen und Suderburg planen mit den Kindern. „Wir warten jetzt auf die Zahlen des Bedarfs“, sagte Otto Schröder. Für die Unterhaltung des Kindergartens ist die Samtgemeinde zuständig, die Gemeinde stellt das Gebäude. Betreiber in Gerdau ist die Kirchengemeinde, in Eimke und Suderburg das Deutsche Rote Kreuz.

Den Bedarf berechnet die Samtgemeinde – und nicht die Kirchengemeinde oder die Gemeinde Gerdau. Ohne Um-, An- oder Neubau könnten derzeit maximal drei Krippenkinder aufgenommen werden. Die Nachfrage nach Krippenplätzen geht allerdings über diese Platzahl hinaus.

Aus Sicht der Samtgemeinde Suderburg besteht ausschließlich die Kirchengemeinde Gerdau auf eine Aufnahme sämtlicher Kinder aus dem Kirchspiel Gerdau. Ob dieses Eigeninteresse zu einer finanziellen Beteiligung der Kirchengemeinde Gerdau in Höhe der Mehrkosten gegenüber einem Umbau führt, ist derzeit noch fraglich.

Solange die Weiche zwischen einem Um-, An- oder Neubau von den beiden örtlichen Partnern nicht gestellt ist, solange kann die Samtgemeinde Suderburg den interessierten Eltern auch keine verbindliche Platzzusage geben.

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