Ostfalia erforschte Konsumverhalten der Studierenden: 668 Euro pro Monat pro Student

Zwei Millionen Umsatz im Jahr

+
Ergebnis eines Forschungsprojektes: Die Wohnraumsituation sowie das Freizeit- und Sportangebot in Suderburg müssten für die Studierenden verbessert werden.

Suderburg. Rund zwei Millionen Euro werden Ostfalia-Studenten künftig pro Jahr in Suderburg ausgeben. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Ostfalia, die kürzlich vor Mitgliedern des Gewerbevereins „Suderburger Wirtschaft in Aktion“ präsentiert wurde.

„Wir rechnen mit 1200 Studierenden am Campus Suderburg“, so Professor Dr. Arndt Jenne, der die Ergebnisse des Projektes vorstellte. Als größte Ausgabeposten machte er mit 600 000 Euro die Mieten, 750 000 Euro den Einzelhandel und geschätzten 350 000 Euro die Gastronomie fest. „Studentische Potenziale stellen eine attraktive Chance, besonders für Suderburgs Einzelhandel dar, sind aber noch ausbaufähig“, so Jenne.

Gestartet worden war das Forschungsprojekt im September 2011, sowohl Studenten als auch die Gewerbetreibenden vor Ort waren anhand eines Fragekataloges ausführlich um Auskünfte gebeten worden – mit großer Resonanz. „Wir hatten etwa zwei Drittel Rücklauf, das ist sensationell“, so Jenne.

668 Euro gibt der „Normalstudierende“ im Monat in Suderburg aus, ein Wert, der leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 762 Euro liegt. Davon entfallen auf die Miete im Schnitt 242 Euro, auf den Einzelhandel 179 Euro und für Mobilität werden 53 Euro ausgegeben. Nächstgrößte Posten sind die Kommunikation mit 37 und die Gastronomie mit 32 Euro.

Voraussetzung für die Nutzung der studentischen Kaufkraft sei es, Studierenden attraktiven, günstigen Wohnraum in der Gemeinde anzubieten. „Dort, wo Studenten wohnen, kaufen sie auch ein“, so Jenne. Studierende, die in Suderburg leben, decken etwa zwei Drittel ihres Bedarfes beim örtlichen Einzelhandel, bei Pendlern beträgt der Anteil lediglich 20 Prozent.

An gekauften Waren liegen Lebensmittel, Putzmittel, Schreibwaren und Bekleidung vorn, Wettbewerbsstandorte für den Einkauf sind Uelzens Innenstadt sowie der Heimatort, periodisch auch Lüneburg, und das Internet. Nach Celle dagegen zieht es die Suderburger Studierenden zum Einkauf nicht.

Für die Suderburger Gewerbetreibenden ist die Bedeutung der Studierenden als Kunden sehr unterschiedlich, so fallen sie beispielsweise für das Handwerk kaum ins Gewicht und sie sind auch kein alleiniger Auslöser für betriebliche Veränderungen. Dennoch: Für jedes zehnte Unternehmen sind die Studierenden eine feste Größe mit Chance auf mehr.

Als Aufgaben für die Zukunft schrieb Jenne den Suderburgern die Verbesserung der Wohnraumsituation sowie des Freizeit- und Sportangebotes ins Protokoll. Zudem sollten tragfähige Verbindungen zwischen Studierenden, Gemeinde und Ostfalia installiert werden. Das können Minijobs und Praktika für Studierende sein, oder die Vermittlung von Bachelorarbeiten, Praxisberichten oder studentischen Projekten.

Ebenso sollten Sortimente angeboten werden, die Studierende vermehrt nachfragen, so wie Bio-Produkte, Drogeriewaren und Getränke, auch ein „Waschsalon“ und eine Fotostation, um digitale Bilder ausdrucken zu können, könnten dazu gehören. Jenne empfahl den Gewerbetreibenden, aktiv auf die Suderburger Studierenden zuzugehen, beispielsweise, indem sie ihr Leistungsangebot anlässlich von Erstsemesterbegrüßungen vorstellen, Gutscheine verteilen oder „Problemlösungspakete“, etwa rund um die Wohnungssuche, für Abschlussarbeiten oder für gesellige Anlässe anbieten.

Von Christine Kohnke

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare