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Keine Mehrheit für WSL-Antrag auf Kostenbefreiung in Grundschulen Gerdau und Suderburg

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Von: Bernd Schossadowski

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 Drei Kinder machen gemeinsam ihre Hausaufgaben.
Für die Nachmittagsbetreuung in den Grundschulen Gerdau und Suderburg sollen vorerst weiter Gebühren erhoben werden. Dafür sprach sich die Mehrheit des Schulausschusses aus. © Bernd Feil/imago

Die Eltern, deren Kinder derzeit die Grundschulen Suderburg oder Gerdau besuchen, müssen vorerst weiterhin Gebühren für die Nachmittagsbetreuung zahlen. Das hat der Schulausschuss der Samtgemeinde Suderburg jetzt mit vier zu eins Stimmen empfohlen.

Suderburg/Gerdau - Damit wurde ein Antrag der WSL abgelehnt. Diese hatte die Abschaffung der Elternbeiträge bis zur Einführung der offenen Ganztagsgrundschule gefordert. Mit dem Start der neuen Schulform – in Gerdau voraussichtlich im Sommer 2023, in Suderburg wegen des Umbau-Aufwands eventuell erst später – würden die Gebühren für die Nachmittagsbetreuung ohnehin wegfallen. Denn dann würde das Land dafür aufkommen, wurde der Antrag begründet.

„Es besteht die Gefahr, dass Suderburger Kinder zur Grundschule Holdenstedt abwandern“, begründete Michael Luther (WSL) den Antrag seiner Fraktion. Deshalb müsse die Samtgemeinde zügig handeln und den Eltern die Betreuungsgebühren erlassen. Viele Suderburger Eltern hätten darauf vertraut, dass die offene Ganztagsschule im kommenden Sommer eingeführt wird. Sie dürften mit einem möglicherweise verspäteten Start nicht verprellt werden, mahnte Luther.

Das sah Maria Lembeck, Leiterin der Grundschule Suderburg, jedoch anders. „In diesem Jahr ist bei uns kein einziges Kind nach Holdenstedt gegangen“, betonte sie. 15 Kinder nutzen laut Lembeck derzeit das kostenpflichtige Nachmittagsangebot bis um 15 Uhr, zwei weitere Kinder kämen demnächst hinzu. Zum Vergleich: In der Grundschule Gerdau werden aktuell sieben Kinder nachmittags betreut, wie deren Leiterin Carola Albrecht berichtete.

Ausschussmitglied Jörg Hillmer (CDU) sprach sich gegen eine Übernahme der Kosten für die Nachmittagsbetreuung aus. „Wir sollten das Modell, das wir jetzt haben, sauber zu Ende bringen“, sagte er mit Blick auf die kostenpflichtige Nachmittagsbetreuung. Alles andere werde nur Begehrlichkeiten wecken. Die Folgen einer Abschaffung der Elternbeiträge wären zudem aus seiner Sicht „räumlich und personell unkalkulierbar“. Wichtig sei zudem, die offene Ganztagsschule möglichst zügig einzuführen.

Auch Niels Tümmler (Grüne) lehnte den WSL-Antrag ab. „Wir werden explodierende Kosten im Hinblick auf die Ganztagsschule haben“, warnte er. Wer wünsche, dass sein Kind nachmittags in der Grundschule betreut wird, müsse dafür einen Obolus zahlen. Nach Berechnungen der Samtgemeindeverwaltung belaufen sich die Elternbeiträge für die Grundschule Gerdau zurzeit jährlich auf rund 9000 Euro, in Suderburg sind es etwa 15000 Euro.

„Dieses Geld einzustellen, tut dem Haushalt nicht weh“, meinte Luther. Falls es sehr viele Anmeldungen für die Nachmittagsbetreuung geben sollte, könnte die Samtgemeinde von den Eltern notfalls eine monatliche Betreuungspauschale von 50 Euro pro Kind fordern, schlug er vor. Auch diese Idee wurde von der Mehrheit des Ausschusses abgelehnt. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat nun der Samtgemeinderat.

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