Land will Tier ins Jagdrecht aufnehmen / Zustimmung und Kritik im Kreis Uelzen

Wolfs-Pläne stoßen auf geteiltes Echo

Nach den Plänen der Landesregierung soll der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden. Am strengen Schutz des Tieres ändert das aber vorerst nichts.
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Nach den Plänen der Landesregierung soll der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden. Am strengen Schutz des Tieres ändert das aber vorerst nichts.

Dreilingen/Nienwohlde – Der Wolf soll ins niedersächsische Jagdrecht aufgenommen werden. Diese Ankündigung der SPD/CDU-Landesregierung stößt im Landkreis Uelzen auf ein geteiltes Echo.

Zustimmung äußert der Dreilinger Günther Winkelmann, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) für wolfsfreie Dörfer Nord-Ost-Heide.

Wie berichtet, hatte diese kürzlich 91 Holzkreuze für gerissene Schafe in Eimke aufgestellt. Heftige Kritik an den Plänen der Landesregierung äußert hingegen der Nienwohlder Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Niedersachsen.

„Das ist der erste Schritt, um weiterzukommen“, begrüßt Winkelmann im AZ-Gespräch die geplante Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht. Das bedeutet aber nicht, dass das Tier künftig geschossen werden darf. Stattdessen bleibt es nach den Vorschriften der EU und des Bundes streng geschützt. Über den Abschuss einzelner Wölfe muss weiterhin die jeweilige Untere Naturschutzbehörde entscheiden. Die Aufnahme ins niedersächsische Jagdrecht wäre somit nur ein symbolischer Akt.

Winkelmann erhofft sich nun rechtliche Klarheit für die Jäger. „Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass sie nach einem Abschuss nicht haftbar gemacht werden und den Schaden zu bezahlen haben“, fordert er. Zugleich stellt er klar, dass die Bürgerinitiative den Wolf nicht ausrotten wolle. „Auf keinen Fall. Aber wir müssen den Wolf regulieren“, bekräftigt der Dreilinger.

Dagegen hat der Landestierschutzverband kein Verständnis für die Ankündigung der Landesregierung. Die Zuständigkeit bei diesem Thema werde vom SPD-geführten Umwelt- in das CDU-geführte Landwirtschaftsministerium von Barbara Otte-Kinast wechseln, sagt Vorsitzender Dieter Ruhnke. „Mit dieser Maßnahme verabschiedet sich die SPD-Landtagsfraktion aus der Fortentwicklung des Wolfsmanagements in Niedersachsen, das durch die CDU noch nie gewollt war.“

Die Christdemokraten wollten eine reguläre Bejagung des Wolfes schnell ermöglichen, glaubt Ruhnke. Doch es werde der falsche Eindruck erweckt, dass dadurch die Probleme des Herdenschutzes gelöst würden. Trotz einer Bejagung würde es „bei den flächendeckenden Erfordernissen zum Herdenschutz bleiben – unabhängig von der Anzahl vorhandener Wölfe“, betont der Nienwohlder.

Der Landestierschutzverband betrachte „mit Sorge, was für ein Schaden mit dieser politischen Entscheidung für den Tier- und Artenschutz in der Öffentlichkeit angerichtet wird. Fachlich umstritten wird sie weiteren Unfrieden stiften“, ist Ruhnke überzeugt. Zudem sei die Entscheidung „ein Affront gegen alle Tierarten und Naturschützer und Naturnutzer, die daran arbeiten, ein konfliktarmes Nebeneinander von Wolf und Weidewirtschaft zu organisieren.“

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