Jungtiere vom Truppenübungsplatz sind vorsichtiger / Schafsriss in Bargfeld

Wölfe nehmen Reißaus

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Ein Wolf, aufgenommen mit einer Fotofalle. Die Jungtiere vom Militärübungsplatz Munster sind scheuer geworden.

Bargfeld/Landkreis Uelzen. Er ist noch da, der Wolf. Zuletzt hat er in der Nacht des Neujahrstags auf einer Wiese in Bargfeld zugeschlagen. Das Opfer: ein älteres Schaf. Wolfsberater Theo Grüntjens hat eine Spur gefunden, die zum Tatort führt, es sind Wolfstatzen.

Ein Wolf reißt ein Schaf am Ortstrand – fast ein normaler Vorgang im Wolfsgebiet. Aber die Wölfe vom Truppenübungsplatz Munster, die im vorigen Jahr für Schlagzeilen sorgten, scheinen wieder scheuer geworden zu sein.

Die letzte gemeldete Nahbegegnung zwischen Mensch und Wolf datiert vom November. Ein etwa 15-jähriger Junge stand da unweit von Räber drei Wölfen gegenüber. „Sie haben schlagartig umgedreht und sind weggelaufen“, berichtet Grüntjens. Im vergangenen Jahr war das anders: Da berichtete die AZ von zwei jungen Reiterinnen, die bei Eimke von mehreren Wölfen verfolgt wurden. Ein Landwirt filmte mit seinem Handy bei Brambostel, wie Jungtiere seinen Traktor umrundeten. Zwei junge Leute fühlten sich beim Spaziergang in der Nähe von Wriedel von einem Rudel eingekreist. Der Rückweg ins Dorf war abgeschnitten. Sind die Jungwölfe vom Truppenübungsplatz jetzt erwachsen und vernünftig geworden?

Auch Theo Grüntjens kann nur Vermutungen aufstellen. „Sicherlich hat allein schon die Besenderungsaktion dazu beitragen, dass die Jährlinge vorsichtiger gegenüber dem Menschen geworden sind“, meint der Wolfsberater. Ein Experte hatte wochenlang mit dem Betäubungspfeil Jagd auf Jungwölfe gemacht. Zwei Tiere wurden mit einem Peilsender ausgestattet. Zu einer von Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz angekündigten Vergrämung mittels Gummigeschossen kam es nicht mehr. Sie sei auch nicht mehr notwendig, heißt es.

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