Wissen fürs Leben

Die besten des Jahrgangs: Jesús Antonio Pérez Marín, Jan-Sören Rohn und Ulf Dethmann mit Dekan Artur Mennerich (links), dem Vorsitzenden der Karkl-Hillmer-Gesellschaft Ulrich Ostermann und Professor Harald Burmeier. Fotos: Kohnke

Suderburg. „Wir sind mit unseren Kenntnissen überall gut zurecht gekommen“, fasst Heinz-Ferdinand Sensmeier aus Marl zusammen – gerade so, als wäre es gestern gewesen. Dabei ist es inzwischen mehr als 65 Jahre her, dass er an der FH Suderburg die Schulbank drückte: 1946 – kurz nach Kriegsende – hat er hier sein Diplom erworben.

Einmal zurück in den Hörsaal – für viele „Ehemalige“ ist dies ein ganz besonderer Tag. Und so lassen sich die Jubilare der Suderburger Hochschule nicht lange bitten, wenn die Karl-Hillmer-Gesellschaft (KHG) anlässlich ihrer Jahrestagung regelmäßig die „runden“ Ehemaligen-Jahrgänge einlädt. Dass jemand kommt, der seinen Abschluss vor 65 Jahren machte, ist allerdings etwas ganz Besonderes – in diesem Jahr sind es sogar zwei: Heinz-Ferdinand Sensmeier und Kommilitone Wilhelm Belz aus Bad Berleburg gehörten zur ersten Generation Suderburger Studenten nach dem Zweiten Weltkrieg. „Wir waren anfangs gerade mal acht Leute, es fehlten nur noch die Tassen für das Kaffeekränzchen“, erinnern sie sich.

Wenn sich seither auch viel verändert hat, daran jedenfalls nichts: Mit Suderburger Kenntnissen ausgestattet, kommt man gut zurecht – hier und anderswo in der Welt.

Das gilt auch für die 62 Absolventen, die nun verabschiedet worden sind. Unter ihnen die drei Preisträger des Suderburger Ingenieurpreises, Ulf Dethmann, Jan-Sören Rohn und Jesús Antonio Pérez Marín. Die beste Arbeit hatte Marín mit seinen Studien zur Fließgeschwindigkeit von Klärschlämmen abgeliefert.

„Dazu gibt es in Deutschland einen großen Forschungsbedarf“, fasste er zusammen. Seine Forschungsergebnisse helfen bei der Planung von Druckpumpen in Klärwerken, die in der Regel wegen fehlender Kenntnisse erheblich zu groß dimensiert sind.

Ulf Dethmann beschäftigte sich mit einem Forschungsprojekt in Indien, mit dem Ziel, eine Anlage zur Wasserreinigung zu optimieren und dabei auf möglichst einfache Anlagenkonstruktionen zurück zu greifen.

„Vor Ort fehlen oft die Fachleute für die Wartung und Pflege komplizierter Anlagen“, so Dethmann, der sich den zweiten Platz mit Jan-Sören Rohn teilt. Dieser hat zur Verbesserung der Emissionswerte von Deponien nach deren Stilllegung geforscht – eine Arbeit in Zusammenhang mit dem durch das Kyoto-Protokoll angestoßenen Handel mit Emissionsrechten. „Eine Nachfolgeregelung ist dringend notwendig“, so Rohn, der mit einem Konzept aufwartete, mit dessen Hilfe der Methanausstoß um 85 Prozent gesenkt werden kann.

Von Christine Kohnke

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