„Wir wollten etwas Besonderes“

Zum letzten Mal in ihrer Suderburger Amtszeit taufte Pastorin Heike Burkert am Hardausee. Foto: Fuge

Suderburg/ Hösseringen. Ein wenig ungläubig schaut Hanna-Luisa drein. Neugierig guckt das kleine Mädchen ob dem, was da kommen mag – und dann ist ihr Kopf auch schon benetzt mit kühlem Wasser aus dem Hardausee, das ihr Pastorin Heike Burkert liebevoll mit der Hand über den kleinen Kopf streicht.

Eine ganz besondere Taufe war es gestern wieder am Hardausee: Für Emily, Leni, Hanna, Marlon, Colin, Lukas, Mathilda und Jannes war es einer der ganz besonderen Tage in ihrem noch jungen Leben, für ihre Eltern allerdings auch: „Eine Taufe in der Kirche machen ja die meisten“, so Mutter Daniela Gogolin, die ihre kleine Hanna im Arm hält, „aber wir wollten eben etwas Besonderes“. Deshalb „haben wir auch ruhig ein bisschen länger mit der Taufe gewartet“, ergänzt Vater, während Sohn Torben (3) aufgeregt an Vaters Hosenbein zupft. Die Hardausee-Taufen sind seit vielen Jahren Tradition in Suderburg, jedes Jahr zu Pfingsten und durch die Sommermonate lassen Eltern ihre Kinder im See taufen – als besondere Möglichkeit, die von der protestantischen Kirche angeboten wird.

Direkt vor dem kleinen Sandstrand sind Kirchenbänke aufgebaut, der Altar ist eine Improvisation aus Holz, unter grünen Birken spielen Posaunenchor Bahnsen-Eimke und der Gesangverein unter der Leitung von Carsten Klipp. Für Pastorin Heike Burkert war es indes auch ein sehr melancholischer Tag – die große Hardausee-Taufe wird in dieser Form die letzte für sie sein, nach 13 Dienstjahren verlässt sie ihre Suderburger Gemeinde Ende Juni, um daraufhin ihre Tätigkeit als neue Superintendenten im Kreis Wesermünde-Süd anzutreten. „Wir hatten in der Gemeinde gerade eine besondere Veranstaltung nach der nächsten“, weiß Burkert zu berichten, allein beim Himmelfahrtsgottesdienst in Räber seien rund 300 Menschen gewesen“. Dass sie sich nun verabschieden müsse, daran dürfe sie „gar nicht denken“, sagt Burkert und man merkt ihr den Kloß im Hals an. Dennoch war sie am Ende froh, wie gut alles gelaufen ist – „direkt nach der Taufe gab’s ja noch einen kleinen Schauer, heute morgen früh haben wir da noch ganz anderes befürchtet“, gesteht sie. Freiluft-Taufen seien natürlich immer ein wenig risikoreich, aber „das gehört ja auch dazu“.

Am kommenden Sonntag wird Pastorin Heike Burkert verabschiedet, ab 11 Uhr gibt es ein großes Stiftungsfest rund um die St.-Remigius-Kirche, bei dem noch Spenden für die Einrichtung einer Viertel-Diakon-Stelle gesammelt werden; ab 15 Uhr ist der Abschiedsgottesdienst für Pastorin Heike Burkert.

Von Janina Fuge

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